Der Gesundheitskonzern Fresenius trifft beim geplanten Rhön-Kauf auf zahlreiche Probleme. Hedgefonds und Privatanleger könnten den Deal blockieren - bewusst oder unbewusst. Indes hält sich die Konkurrenz zurück.
Aufruhr am deutschen Krankenhausmarkt: Seit der Gesundheitskonzern Fresenius vor zwei Wochen seine Milliarden-Offerte für den Konkurrenten Rhön-Klinikum angekündigt hat, laufen die Drähte zwischen Krankenhaus-Vorständen, Investmentbanken und Hedgefonds in Europa heiß. "Es gibt eigentlich keine rationalen Gründe, die Übernahme zu blockieren", sagt ein Londoner Hedgefonds-Manager, der sich intensiv mit der Übernahme befasst. "Dennoch könnte es gut sein, dass der Deal platzt." Blockiert werden könnte das 3,1 Milliarden Euro schwere Geschäft bewusst von Hedgefonds oder unbewusst von Privatanlegern.
Die Übernahme gelingt nur, wenn Fresenius mindestens 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammelt. Diese Bedingung hat Fresenius-Chef Ulf Schneider gesetzt, weil die Rhön-Satzung diese Hürde für alle wichtigen Beschlüsse vorschreibt. Alleine an dem Tag, an dem Fresenius die Offerte ankündigte, wurden über 27 Millionen Rhön-Aktien gehandelt - das sind fast 20 Prozent des Grundkapitals und mehr als 50 Mal so viel wie an normalen Tagen. "Es ist nicht auszuschließen, dass sich da eine Gruppe formiert, die den Deal blockieren will", sagt Commerzbank-Analyst Volker Braun.
"Die Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme funktioniert, liegt meiner Einschätzung nach bei 80 bis 90 Prozent", glaubt Brauns Kollege Stefan Mühlbauer von Silvia Quandt Research. Auch im Rhön-Aktienkurs ist das Risiko des Scheiterns abzulesen. Das Papier des fränkischen Klinikbetreibers notierte am Montag bei 21,26 Euro. Das ist deutlich weniger als das Fresenius-Angebot von 22,50 Euro ...
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