Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht kein Ende in der Abwärtsspirale der Euro-Krise. "Die Sparpolitik wird überzogen", kritisiert das Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung. "Die Politik hat das Problem nicht erkannt", sagt er im Interview mit der Passauer Neuen Presse. "Die Sparpolitik wird überzogen. Das führt die Krisenländer nur noch tiefer in eine Rezession."
Wenn man das Sparen überziehe, schwäche man die Konjunktur so stark, dass die finanzielle Situation des Staates sich verschlechtere statt verbessere, sagte der Wirtschaftsprofessor der Zeitung. "Wenn man diese Abwärtsbewegung nicht stoppt, können die Hilfen von Staaten für Staaten und Banken auch nicht allzu viel bewegen."
Bofinger warnte davor, dass die Weltwirtschaft in eine problematische Lage komme. "Auch in Schwellenländern gab es zeitversetzt einen starken Kreditboom, der jetzt ausläuft". So seien in Indien, Brasilien und China deutliche Bremsspuren zu sehen und auch die amerikanische Konjunktur sei keineswegs robust. "Für die Weltkonjunktur ist der Euro-Raum wie eine offene Wunde."
DJG/chg
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July 20, 2012 00:17 ET (04:17 GMT)
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