--Autosparte soll noch im ersten Halbjahr an die Börse kommen
--Rheinmetall will vorerst die Kontrolle an Kolbenschmidt Pierburg behalten
(NEU: weitere Details, Hintergrund)
Von Eyk Henning DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall will sein florierendes Geschäft mit Autoteilen an die Börse bringen. Bis Ende Juni soll der Gangs aufs Parkett über die Bühne gehen, teilte Rheinmetall mit. Zunächst will der MDAX-Konzern mehrheitlich an der Sparte Kolbenschmidt Pierburg beteiligt bleiben, nach und nach soll dann aber die Kontrolle abgegeben werden.
Zum Emissionsvolumen machten die Düsseldorfer keine Angaben. Aus Kreisen war zuvor verlautet, ein Anteil von rund 50 Prozent entspreche einem Volumen von 500 bis 550 Millionen Euro.
"Durch diesen Schritt gewinnen die beiden profitablen und wachstumsstarken Bereiche Defence und Automotive ein eindeutiges Profil in ihren jeweiligen Branchen", sagte Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Klaus Eberhardt. Beide Bereiche konzentrierten sich dadurch auf ihre Kernkompetenzen. "Dies schafft für beide Unternehmen zusätzliches Potential für weiteres Wachstum", so Eberhardt.
Die Rheinmetall AG erlöste 2011 etwas mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes mit der Autoteile-Sparte. Zuletzt hatte sich der Bereich dank der wieder gestiegenen Nachfrage deutlich belebt, während die zweite Säule - der Rüstungsbereich - schwächelte. Vor rund drei Jahren fuhr Kolbenschmidt Pierburg belastet durch die Krise in der Autobranche noch hohe Verluste ein, seinerzeit war der Bereich Wehrtechnik die Stützte für die Düsseldorfer.
Im vergangenen Jahr erlöste Rheinmetall mit der Automotive-Sparte 2,3 Milliarden Euro (+17 Prozent) - der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdoppelte sich mit 151 Millionen Euro fast. Die Sparte liefert der Autobranche Komponenten für Antriebssysteme und konzentriert sich auf die Emissions- und Verbrauchsreduzierung. Zum Produktangebot gehören unter anderem Hochleistungskolben oder Leichtbau-Motorblöcke.
Anfang November vergangenen Jahres hatte Rheinmetall das geplante IPO der Tochter wegen der Instabilität an den Kapitalmärkten und volatiler Aktien vorläufig abgeblasen. Erst im Sommer hatte der Konzern den möglichen Börsengang der Sparte angekündigt.
Mit dem Aufschub war der Düsseldorfer Konzern nicht allein - so hatte Siemens den für 2011 angedachten IPO seiner Lichttochter Osram verschoben, auch der Chemiekonzern Evonik musste seine Pläne vorerst auf Eis legen. Die beiden Unternehmen sind weitere mögliche Kandidaten für einen Gang aufs Parkett in diesem Jahr.
Die Deutsche Börse erklärte in einer am Montag veröffentlichten Studie, das IPO-Klima habe sich erneut verbessert. Der Börsenbetreiber erwartet mehr Emissionen und verweist darauf, dass sich die Volatilität an den Aktienmärkten trotz aller Unsicherheiten auf einem niedrigen Niveau befände und vor allem Investoren das Bewertungsniveau an den Märkten nach wie vor als attraktiv einschätzten. In der Stimmung der Marktteilnehmer zeichne sich eine Trendwende ab.
Als Joint Bookrunner begleiten BofA Merrill Lynch, Commerzbank und Deutsche Bank den Börsengang der Rheinmetall-Sparte, der abhängig von der weiteren Entwicklung des Börsenumfeldes umgesetzt werden soll. Weitere Details zum Börsengang sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben.
Rheinmetall-Aktien reagieren im späten Frankfurter Geschäft positiv auf die Ankündigung eines schnellen Börsengangs der Automobilzuliefersparte. Die Papiere steigen um 1,0 Prozent nachdem sie im Xetra-Handel noch um 2,1 Prozent nachgebeben hatten. "Es ist positiv, dass trotz des zuletzt wieder etwas eingetrübten Börsenumfelds einer der Kandidaten den Schritt jetzt endlich machen will", sagt ein Händler.
-Von Eyk Henning, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 108, eyk.henning@dowjones.com (Jörg Jäger in Frankfurt hat an der Meldung mitgewirkt.) DJG/DJN/sha/kla
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May 07, 2012 15:00 ET (19:00 GMT)
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