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UPDATE2: Commerzbank schließt Kapitallücke

--Commerzbank schließt EBA-Kapitallücke vorzeitig

--Zusätzlichen Kapitalpuffer von 1,1 Milliarden Euro angelegt

--Gewinnziel von 1,2 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2012 kassiert

(Durchgehend neu)

Von Alexandra Edinger 
DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Commerzbank hat im ersten Quartal den Risikoabbau massiv vorangetrieben und dafür das Ziel zurückgestellt, im ersten Halbjahr 1,2 Milliarden Euro Gewinn zu machen. Die von der Europäischen Bankenaufsicht EBA ausgemachte Kapitallücke ist so vorzeitig geschlossen worden. Zusätzlich hat die Frankfurter Großbank einen Kapitalpuffer von 1,1 Milliarden Euro angelegt.

"Wir haben das Unternehmensziel umpriorisiert und lieber den Risikoabbau vorangetrieben", sagte der neue Finanzvorstand Stephan Engels. Das spiegelt sich auch in der Reduzierung der risikogewichteten Aktiva gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 223 Milliarden Euro wider.

Vorstandsvorsitzender Martin Blessing ist angesichts dieses Erfolgs davon überzeugt, die Kapitalanforderungen zur Jahresmitte 2012 deutlich übertreffen zu können. Dann muss die Kernkapitalquote bei mindestens 9 Prozent liegen.

Unterm Strich verdiente die Bank im ersten Quartal mit 369 Millionen gut zwei Drittel weniger und verfehlte zudem die Analystenerwartung von 444 Millionen Euro. Trotz des rückläufigen Gewinns sprach die Commerzbank von einem soliden Start ins neue Jahr. Zwar hat sich das operative Ergebnis auf 584 Millionen Euro fast halbiert. Werden allerdings Sonderbelastungen im aktuellen und Sondererträge im vorherigen Zeitraum herausgerechnet, läge diese Kennzahl im Vergleich zum Vorjahresquartal "auf einem stabilen Niveau".

Die Zurückhaltung der Kunden wie auch das schwache Zinsumfeld haben die Commerzbank ähnlich wie andere Großbanken getroffen. Dies spiegelt sich in den Erträgen vor Risikovorsorge deutlich wider. Sie gingen um eine Milliarde auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Dazu drückten Abschreibungen auf eigene Schulden und der Risikoabbau in Nicht-Kernbereichen. Eine teilweise Kompensation ergab sich durch eine um rund 30 Prozent niedrigere Risikovorsorge von 212 Millionen Euro und geringere Kosten. Auch die Deutsche Bank hatte vor kurzem einen Rückgang der Erträge im Privatkundengeschäft berichtet.

Der von Vorstandschef Blessing stringent verfolgte Rückzug aus der Staatsfinanzierung wird besonders bei griechischen Staatsanleihen deutlich. Diese sind zum Quartalsende komplett aus den Büchern verschwunden. Dafür wurde eine Belastung von 70 Millionen Euro in Kauf genommen. "Damit summieren sich unsere gesamten Belastungen aus Griechenland inklusive aller Abschreibungen seit dem zweiten Quartal 2011 auf 2,2 Milliarden Euro", sagte Finanzvorstand Engels.

Die Staatsanleihen liegen zum größten Teil in der Eurohypo. Engels bekräftige das Ziel, das gesamte Portfolio verkaufen zu wollen. Einen konkreten Vollzugstermin wollte er nicht nennen, bezifferte aber die absehbaren Restrukturierungskosten auf 34 Millionen Euro.

Beim Gewinn-Ausblick für 2012 blieb das Bankhaus vage. Vorbehaltlich einer stabilen konjunkturellen Lage strebe das Institut in der Kernbank weiterhin ein solides operatives Ergebnis an. Nicht einmal für das erste Halbjahr mochte Engels eine konkrete Ansage machen. Lediglich bei den Kosten und der Risikovorsorge gab es Anhaltspunkte. Für das Gesamtjahr will die Bank die Verwaltungskosten von fast 8 Milliarden auf unter 7,6 Milliarden Euro drücken. Außerdem soll die Risikovorsorge unter 1,7 Milliarden Euro gedrückt werden nach rund 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr.

Für die Commerzbank ist die vorzeitige Auffüllung der Kapitallücke ein großer Erfolg. Als der von der Europäischen Bankenaufsicht auf 5,3 Milliarden Euro veranschlagte Kapitalbedarf im vergangenen Jahr bekannt wurde, hatte niemand im Markt geglaubt, dass das Institut die Anforderungen ohne staatliche Hilfe erfüllen könne. Stattdessen war immer wieder spekuliert worden, dass der Bankenrettungsfonds SoFFin der Bank erneut zur Seite springen müsse. Commerzbank-Chef Blessing hatte hingegen immer betont, dass die Bank es aus eigener Kraft schaffen werde. Die Commerzbank-Aktie entwickelt sich mit plus 1 Prozent besser als der Gesamtmarkt, der gemessen am DAX um 0,5 Prozent zurückfällt.

-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires; 
+49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com 
DJG/aed/smh/kla 
 

(END) Dow Jones Newswires

May 09, 2012 09:37 ET (13:37 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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