Der Mobilfunk-Discounter Freenet wählt seinen Aufsichtsrat, doch es gibt Krach mit dem größten Einzelaktionär Drillisch. Der Rivale will mit aller Macht eigene Kandidaten durchsetzen - nicht der erste Kampf um Freenet.
Im Kampf um die Vorherrschaft bei Freenet stößt Großaktionär und Rivale Drillisch auf Widerstand. Dem unter der Marke Mobilcom-Debitel bekannten Mobilfunkanbieter Freenet gelang es, so viele Kleinaktionäre und Fonds zu seiner Hauptversammlung am Mittwoch in Hamburg zu mobilisieren, dass Drillisch alleine keine Mehrheit hatte. Mit 62 Prozent war die Präsenz fast um die Hälfte höher als vor einem Jahr.
Ohne Verbündete konnte das mit nahezu 25 Prozent beteiligte Mobilfunkunternehmen aus Maintal bei Frankfurt damit nicht wie geplant drei Gefolgsleute im Freenet-Aufsichtsrat durchsetzen. Im vergangenen Jahr hatte Drillisch wegen der niedrigen Präsenz der anderen Freenet-Anteilseigner noch die Mehrheit auf der Aktionärsversammlung, was dem Mobilfunkanbieter bis zuletzt Hoffnung gemacht hatte, dass er diesen Machtkampf gewinnen könnte.
Auf der Hauptversammlung sollten die Anteilseigner über einen Gegenantrag von Drillisch abstimmen, mit dem Drillisch seine Kandidaten in den Kontrollrat wählen lassen wollte. Aktionärsvertreter kritisierten dies. Dirk Unrau von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, mit drei Vertretern würde Drillisch über die Hälfte der auf der Kapitalseite verfügbaren Sitze verfügen und könnte damit die Geschicke von Freenet bestimmen. "Wenn Sie das Unternehmen kontrollieren wollen, müssen sie mehr als 50 Prozent der Anteile haben", riet Unrau dem im Saal anwesenden Drillisch-Chef Paschalis Choulidis.
Auch Peter Tschirner von der Schutzvereinigung nahm Drillischs Strategie aufs Korn. Er erinnerte daran, dass Drillisch eine Schuldverschreibung mit Umtauschrecht in Freenet-Aktien begeben habe. Bei Ausübung des Wandelrechts würde der Freenet-Anteil auf 14 Prozent sinken. Vor diesem Hintergrund schnell vorher noch drei Sitze im Aufsichtsrat zu sichern, sei "clever, aber nicht akzeptabel". Ein Kleinaktionär fügte hinzu, wenn Freenet seinem Konkurrenten, der ...
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