Die dramatischste und teuerste
Rettungsaktion der Finanzkrise kommt langsam zu einem Abschluss. Die
US-Regierung hat am späten Sonntag (Ortszeit) angekündigt, Aktien
des einstmals weltgrößten Versicherungskonzerns AIG
AIG hatte im Krisenjahr 2008 mit 99,3 Milliarden Dollar den höchsten Verlust der US-Wirtschaftsgeschichte eingefahren. Kaum ein Beobachter hätte damals damit gerechnet, dass sich das Unternehmen in absehbarer Zeit wieder berappeln würde und die Staatshilfen zurückzahlen könnte. AIG gelang das Kunststück jedoch durch den Verkauf von Tochterfirmen. Dem Versicherer kam dabei auch die Erholung der Weltwirtschaft nach der Rezession zugute.
AIG war in den Strudel der Finanzkrise geraten, weil der Konzern die windigen Hypothekenwetten der Banken und Fonds abgesichert hatte. Das geschah durch sogenannte Kreditausfallversicherungen oder Credit Default Swaps (CDS). Ein Zusammenbruch von AIG hätte weitreichende Folgen für die gesamte Finanzwelt gehabt. Um einen Dominoeffekt zu verhindern, legte die US-Regierung ein Rettungspaket im Rekordwert von 182 Milliarden Dollar auf.
Der Staat hat seinen Anteil in mehreren Schritten bereits von
anfangs 92 Prozent auf aktuell 53 Prozent gesenkt. Durch den
18-Milliarden-Dollar-Verkauf, der bei einer hohen Nachfrage der
Investoren auf 20,7 Milliarden Dollar ansteigen könnte, würde der
Anteil auf circa 20 Prozent schrumpfen. Damit wäre der Staat nur
noch Minderheitseigentümer und könnte sich am Ende ganz
zurückziehen. Die Deutsche Bank
AIG-Chef Robert "Ben" Benmosche hat das Unternehmen auf das Kerngeschäft mit klassischen Versicherungen zurechtgestutzt. Überdies gehört noch die Flugzeug-Leasing-Gesellschaft ILFC zum Konzern. Seit zwei Jahren schreibt AIG wieder Gewinne. Diese Einnahmen zusammen mit den Verkaufserlösen etwa bei der Asientochter AIA ermöglicht es AIG, auch selbst Aktien vom Staat zu übernehmen. AIG will vom jetzigen Paket Anteilsscheine über bis zu 5 Milliarden Dollar erwerben.
Ohne die Hilfe der US-Regierung hätte AIG das gleiche Schicksal
wie der Investmentbank Lehmen Brothers gedroht, die fast auf den Tag
genau vor vier Jahren zusammengebrochen war und Schockwellen um den
Globus schickte. Angesichts der Verwerfungen am Finanzmarkt
entschieden sich die US-Regierung und die Notenbank Fed damals in
dramatischen Krisensitzungen, weitere Pleiten zu verhindern. Allein
die Bank of America
Das meiste Geld ist inzwischen zurückgeflossen. Dank der Zinsen für die Kredite und gestiegene Aktienkurse rechnet die US-Regierung sogar damit, am Ende mit einem Gewinn aus den ganzen Rettungsaktionen herauszugehen. So konnte die Notenbank Fed erst jüngst mit dem Verkauf von giftigen Hypothekenpapieren, die sie AIG einst abgenommen hatte, rund 6,6 Milliarden Dollar an Profit einstreichen./das/DP/jha
ISIN US0268741073 DE0005140008 US0605051046 US1729674242 US37045V1008
AXC0181 2012-09-10/16:07
