Anders als vor einem Jahr sieht Krämer keine langanhaltenden negativen Folgen: "Der Austritt Griechenlands wäre beherrschbar, denn die Banken haben ihre Engagements weitgehend abgeschrieben". Ausschließen könne die EU Griechenland jedoch nicht, das sehe der Maastricht-Vertrag nicht vor. Aber die Griechen könnten selbst entscheiden, die Währungsunion zu verlassen. Aber selbst dann blieben alte Probleme auf der Tagesordnung: "Echtes Sparen gemessen am Schuldenstand der EU-Länder hat überhaupt noch nicht richtig begonnen", klagt Krämer. Deshalb bliebe der Notenbank auch nichts anderes übrig, der Politik immer wieder mit Liquditätsmaßnahmen beiszuspringen. "Die Notenbank ist gefangen, sie kann aus der Niedrigzins-Politik nicht ausstiegen", sagt Krämer. Das wahrscheinlichste Szenario für die Kapitalmärkte in den nächsten Monaten: "Eine breite Seitwärtsbewegung für die Aktienmärkte, immer wieder durch die Politik und die Notenbanken runter oder hoch getrieben."