Der Goldpreis befindet sich im Sinkflug. Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, bewertet Gold daher derzeit mehr als eine Risikoanlage. Warum es sich trotzdem lohnen kann, erklärt er im Interview.
Wirtschaftswoche: Herr Weinberg, der Goldpreis ist unter die Marke von 1600 Dollar pro Feinunze gefallen. Ist jetzt ein guter Kaufzeitpunkt oder entweicht der Goldblase langsam die Luft?
Eugen Weinberg: Für Spekulanten ist es dies aktuell kein guter Zeitpunkt. Der Goldpreis ist über die nächsten Wochen, wenn nicht Monate, weiter unter Druck, weil der Dollar zu einer neugewonnenen Stärke tendiert. Gold ist im Moment mehr eine Risikoanlage, als ein sicherer Hafen. Für den besorgten Anleger kann sich der Einstieg allerdings lohnen. Für ihn ist Gold eine Versicherung und die Frage ist nicht, ob er die günstigste Versicherung erwischt hat, sondern ob er für den Fall der Fälle überhaupt eine Versicherung hat.
Das heißt, Anleger mit einem längeren Anlagehorizont sollten jetzt einsteigen?
Weinberg: Wer den günstigsten Zeitpunkt sucht, der ist mit Gold falsch daran. Als Rohstoff ist Gold überbewertet, als Versicherung aber unterbewertet. Würden Sie mich jetzt fragen, ob ich Ihnen eine Unfallversicherung ...
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