--Kapital wird um eine Milliarde Euro erhöht
--Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen
--Bei Hauptversammlung am Freitag Fokus auf Rhön-Kauf
(NEU: weitere Details, Hintergrund, HV) Von Markus Klausen DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Zum Kauf der Klinikkette Rhön-Klinikum will Fresenius das Kapital kräftig erhöhen. Die Bad Homburger wollen rund eine Milliarde Euro am Aktienmarkt einsammeln, um dadurch die Übernahme zu etwa einem Drittel zu finanzieren. Seinen Anlegern gibt der DAX-Konzern damit einen Tag vor der Hauptversammlung neue Details mit auf den Weg nach Frankfurt.
Der Gesundheitskonzern hatte Ende April mit der Ankündigung zur Übernahme von Rhön-Klinikum für einen Paukenschlag in der Branche gesorgt. Fresenius will die Klinikkette für 3,1 Milliarden Euro schlucken, um damit den eigenen Krankenhausbereich auszubauen. Mit der Übernahme würde Fresenius zum unangefochten größten deutschen Klinikbetreiber in privater Trägerschaft.
Insgesamt will die Fresenius SE & Co KGaA 13,8 Millionen Stammaktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben. Die Papiere sollen mit einer beschleunigten Platzierung institutionellen Anlegern angeboten werden. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung - größter Anteilseigner der Bad Homburger - will sich an der Kapitalerhöhung mit mindestens 90 Millionen Euro beteiligen.
Fresenius hatte Ende April angekündigt, den Kauf über einen syndizierten Kredit, eine Anleihe und über Eigenkapitalinstrumente finanzieren zu wollen. Die Kapitalerhöhung ist somit die erste Komponente zur Finanzierung der Übernahme von Rhön-Klinikum.
Ob der Milliardenkauf gelingt, ist aber noch offen. Vor allem die Mindestannahmequote von 90 Prozent ist eine hohe Hürde. Allerdings hatten Rhön-Gründer Eugen Münch und seine Familie, die noch 12,45 Prozent des Grundkapitals halten, bereits die Zustimmung angekündigt. Weitere 9,9 Prozent hält der schwedische Pensionsfonds Alec und 5,1 Prozent liegen bei Franklin Mutual Advisers. Der Rest ist Streubesitz: 63,2 Prozent der Aktionäre halten weniger als drei Prozent der gesamten Stimmrechte.
Auf der morgigen Hauptversammlung von Fresenius wird die Übernahme angesichts der Tragweite im Fokus der Anleger stehen. Es dürfte interessant werden, wie Aktionäre das Vorhaben von Fresenius-Chef Ulf M. Schneider bewerten und ob die Bad Homburger sich vielleicht zusätzlich noch Details zum geplanten Deal entlocken lassen.
-Von Markus Klausen, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 72 51 10, unternehmen.de@dowjones.com (Heide Oberhauser-Aslan hat an der Meldung mitgewirkt.) DJG/kla/sha
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May 10, 2012 14:45 ET (18:45 GMT)
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