Der Wahlsieg von Francois Hollande bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat nach Einschätzung der US-Investmentbank J.P. Morgan einen "Stimmungsumschwung weg von der Sparpolitik" in Europa zur Folge. Die Experten erwarten einen Wechsel der bisherigen Politik zu mehr wachstumsfördernden Maßnahmen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Studie von J.P. Morgan. Frankreichs neuer Präsident wolle hierbei auch der Europäischen Zentralbank eine größere Rolle beimessen.
Trotz der angekündigten Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft halte Hollande aber am gemeinsam vereinbarten europäischen Fiskalpakt und dem langfristigen Ziel eines ausgeglichenen Haushalts fest, versichern die J.P. Morgan-Experten. Der neue Präsident plant demnach bis 2017 in Frankreich einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.
Die J.P. Morgen-Experten gehen allerdings davon aus, dass Hollande von der EZB weitere Geldspitzen für das Bankensystem der Eurozone wünschen dürfte. Neben der Aufgabe zur Sicherstellung der Preisstabilität sollte die sich EZB zudem stärker an den angelsächsischen Notenbanken orientieren und bei der Geldpolitik auch das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im Blick haben, hieß es weiter in der Analyse. Trotz der weitgehenden Wünsche an die europäische Geldpolitik dürfte Hollande aber weiterhin an der Unabhängigkeit der EZB festhalten, versicherten die J.P. Morgan-Experten.
J.P. Morgan geht davon aus, dass sich Hollande mit einem Teil seiner Vorstellungen auf europäischer Ebene durchsetzen wird. Einige seiner Pläne könnten umgesetzt werden, hieß es. Dabei könnte einer stärkere Rolle der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der europäischen Strukturfonds eine "praktikable Option" sein./jkr/jsl
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