FRANKFURT (Dow Jones)--Gute Konjunkturdaten aus den USA haben die Kurse an den europäischen Börsen im späten Freitagsgeschäft ins Plus getrieben. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,3 Prozent auf 2.255 Punkte und der DAX gewann 0,9 Prozent auf 6.580 Punkte. Der Michigan-Index für das Verbrauchervertrauen ist entgegen den Erwartungen auf 77,8 Punkte gestiegen. Damit verflüchtigten sich die Sorgen vor einem Fall der US-Wirtschaft in die Rezession. Viele exportorientierte Branchen wie der Automobilsektor profitieren davon, dass gute Verkäufe vor allem in den NAFTA-Staaten und in Asien die Absatzverluste in der Eurozonen-Peripherie wettmachen. "Da ist es wichtig, dass der US-Markt stabil bleibt", so ein Händler.
Dank der Rally im späten Geschäft sprachen Marktteilnehmer von einem versöhnlichen Wochenausklang. Der DAX beendete den Handel leicht über dem Schlussniveau der vergangenen und deutlich über dem Eröffnungsstand der laufenden Woche. In den vergangenen Tagen hatte er zeitweise 200 Punkte niedriger gelegen. Im Wochenchart zeigt sich nun eine Art Umkehrformation, für technische Analysten ein Hinweis auf eine Stabilisierung.
Belastungsfaktoren der Euro-Zone bleiben im Bewusstsein
Die Belastungsfaktoren der Eurozone bleiben dennoch im Bewusstsein der Händler verankert. Die Zukunft Griechenlands im Euro gilt weiter als unsicher. Der spanische IBEX schloss zwar deutlich über Tagestief, auf das ihn am Nachmittag ein enttäuschender Plan der Regierung zur Rettung spanischer Banken gedrückt hatte. Mit einem Minus von 0,7 Prozent blieb dem spanischen Index der Sprung in die Gewinnzone aber verwehrt. Der Euro wurde zum Handelsschluss an den Aktienmärkten mit 1,2940 US-Dollar gehandelt und konnte sich damit nur etwas von dem neuen Viermonatstief lösen, das er im Tagesverlauf mit 1,2905 Dollar markiert hatte. Und der Bund-Future am deutschen Rententerminmarkt markierte abermals ein Rekordhoch - er gilt als sicherer Hafen für risikoscheue Anleger.
Gespaltener Markt - Autowerte mit Renault vorn, Finanztitel hinten
Damit blieb das Bild eines gespaltenen Markts insgesamt erhalten. Bei den exportorientierten Aktien stieg der Branchenindex der Automobiltitel um 2,4 Prozent. An der Spitze lagen zur Abwechslung einmal nicht die Werte deutscher Hersteller, sondern Renault mit einem Plus von 5,0 Prozent auf 33,19 Euro. Händler verwiesen auf Aussagen von Nissan. Der japanische Konzern hat den Gewinn im zurückliegenden Quartal verdoppelt, außerdem will er in diesem Jahr erstmals über 5 Millionen Einheiten verkaufen. "Damit zeigt sich Nissan zuversichtlich", so ein Händler. Renault und Nissan sind über Kreuz aneinander beteiligt. Aber auch die Anteilsscheine deutscher Hersteller waren mit Gewinnen um zwei Prozent gesucht. Andere Branchen mit einem hohen Geschäftsanteil außerhalb der Eurozone waren ebenfalls gefragt - so die Nahrungsmittelaktien mit einem Plus von 1,4 Prozent.
Auf der Verliererseite standen dagegen die Finanztitel, der Index der Bankenaktien gab 0,8 Prozent ab. Santander sanken um 1 Prozent, BBVA um 1,3 Prozent. Das spanische Kabinett fordert 30 Milliarden Euro zusätzliche Rückstellungen durch die Banken des Landes bis zum Jahresende. Sollten sie es nicht schaffen, könnten sie sich an die Regierung wegen Unterstützung wenden. "Das ist zu wenig, um den Markt zu befeuern", so ein Händler. "Da hätten 50 bis 60 Milliarden her gemusst", sagte er. Auf die Branchenstimmung drückte auch ein Kurseinbruch von J.P. Morgan nach der Bekanntgabe eines überraschenden Milliardenverlusts.
China und Vallourec drücken Rohstofftitel
Noch stärker als die Bankenwerte gaben die Rohstofftitel mit minus 1,0 Prozent nach. Die chinesische Industrie hat im April deutlich weniger zugelegt als von Volkswirten erwartet worden war. Deshalb litten Minenpapiere unter der Erwartung einer niedrigeren Nachfrage aus China. Im Stahlbereich fielen Vallourec um 20 Prozent und drückten so auf die Stimmung auch für andere Stahltitel.
Europäische Schlussstände von Freitag, den 11. Mai 2012:
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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2254,54 7,16 +0,3% -2,7
Stoxx-50 2361,85 9,40 +0,4% -0,3
Stoxx-600 251,97 0,87 +0,3% 3,0
Frankfurt XETRA-DAX 6579,93 61,93 +1,0% 11,6
London FTSE-100 5575,52 31,57 +0,6% 0,1
Paris CAC-40 3129,77 -0,40 -0,0% -1,0
Amsterdam AEX 305,28 2,34 +0,8% -2,3
Athen ATHEX-20 231,67 -12,58 -5,2% -12,5
Brüssel BEL-20 2184,43 -2,82 -0,1% 4,8
Budapest BUX 17319,16 -42,22 -0,2% 2,0
Helsinki OMXH-25 2041,30 14,35 +0,7% 5,1
Istanbul NAT30 70248,48 82,60 +0,1% 13,9
Kopenhagen OMXC-20 453,61 2,04 +0,5% 16,3
Lissabon PSI 20 5237,85 -58,84 -1,1% -5,7
Madrid IBEX-35 7045,70 -50,10 -0,7% -18,3
Mailand FTSE-MIB 14045,35 40,41 +0,3% -6,9
Moskau RTS 1464,53 -24,92 -1,7% 6,0
Oslo OBX 377,38 -0,16 -0,0% 5,5
Prag PX 909,70 -2,20 -0,2% -0,2
Stockholm OMXS-30 1032,41 5,91 +0,6% 4,5
Warschau WIG-20 2178,77 -8,77 -0,4% 1,6
Wien ATX 2040,85 -1,18 -0,1% 7,9
Zürich SMI 5954,88 28,28 +0,5% 0,3
DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.35 Uhr Do, 17.52 Uhr
EUR/USD 1,2939 0,16% 1,2918 1,2956
EUR/JPY 103,3337 0,19% 103,1341 103,5866
EUR/CHF 1,2012 0,03% 1,2008 1,2013
USD/JPY 79,8630 0,03% 79,8420 79,9430
GBP/USD 1,6083 -0,18% 1,6112 1,6161
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May 11, 2012 12:59 ET (16:59 GMT)
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