Spekulationsverlust: JPMorgan steht unter Feuer von allen
Seiten
NEW YORK - Die US-Großbank JPMorgan Chase büßt doppelt und dreifach für ihre
missglückten Finanzwetten. Gegenüber den nun zu Tage tretenden
Spätfolgen wirkt der eigentliche Spekulationsverlust von rund 2
Milliarden US-Dollar (1,5 Mrd Euro) fast schon gering. Vor allem
droht der gesamten Branche nun eine schärfere Regulierung. Die
Zeiten von Gewinnen, die in den Himmel schießen, könnten damit
vorerst vorbei sein.
Infineon-Chef tritt zurück - gesundheitliche Gründe
NEUBIBERG - Der Chef des Halbleiterherstellers Infineon
Technologies tritt zurück. Peter Bauer werde zum Ende des
laufenden Geschäftsjahres aus gesundheitlichen Gründen aus dem
Vorstand ausscheiden, teilten die Neubiberger am Sonntag mit.
Nachfolger soll zum 1. Oktober 2012 Reinhard Ploss werden, der
bisher im Vorstand für Produktion, Entwicklung und Technik sowie
Personal zuständig ist.
Santander legt weitere 2,7 Milliarden Euro für faule
Immobilienkredite zurück
MADRID - Die spanische Bank Banco Santander muss wegen der Krise des heimischen Immobilienmarktes noch tiefer in
die Tasche greifen: Am Sonntag legte das Institut wegen der jüngsten
Regierungsanordnung weitere 2,7 Milliarden Euro zurück. Erst Ende
April hatte Santander anlässlich der Zahlenvorlage zum ersten
Quartal die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle um rund 51 Prozent
auf mehr als drei Milliarden Euro nach oben gefahren. Die Maßnahme
ändere aber nichts an den Kapitalquoten oder der Dividendenpolitik
für dieses Jahr, betonte das Institut am Sonntag.
EU-Kommission begrüßt spanische Bankenreform
BRÜSSEL - Die EU-Kommission hat die Reformen zur Sanierung des
spanischen Bankensektors begrüßt. Damit könne das Vertrauen der
Finanzmärkte in das Euro-Krisenland zurückgewonnen werden, sagte
EU-Währungskommissar Olli Rehn am Sonntag in Brüssel voraus.
"Spanien ergreift entschiedene Maßnahmen, um die verbliebenen
Schwachpunkte anzugehen." Die spanische Regierung hatte am Freitag
beschlossen, Abwicklungsanstalten für die faulen Immobilienkredite
der Banken zu gründen. Die Immobilien-Risiken drohten, die Banken in
den Abgrund zu stürzen. Die Lage in Spanien ist auch Thema beim
Euro-Finanzministertreffen am Montag in Brüssel.
RWE prüft Ausstieg bei Gaspipeline-Projekt Nabucco
ESSEN - Der Energieriese RWE erwägt wegen einer
möglichen Verkleinerung des Gaspipeline-Projekts Nabucco einen
Ausstieg aus dem Vorhaben. "Wir prüfen, ob unsere kommerziellen und
strategischen Anforderungen an Nabucco weiterhin gewahrt bleiben",
sagte eine RWE-Sprecherin am Sonntag auf Anfrage. Damit bestätigte
sie einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der
Spiegel". In der ursprünglichen Form sei das Vorhaben nach wie vor
die beste Lösung, betonte die Sprecherin.
BMW-Finanzvorstand hält höhere Dividende für möglich
FRANKFURT - Der Autobauer BMW könnte künftig seine
Dividende erhöhen. "Wir streben an, zwischen 30 und 40 Prozent des
Gewinns auszuschütten - im Moment liegen wir bei 30,7 Prozent",
sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner der "Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung". Der Hauptversammlung am Mittwoch (16.5.) schlägt
der Vorstand vor, 1,5 Milliarden Euro zu verteilen. "Wenn sich
unsere erfreuliche Geschäftsentwicklung wie geplant fortsetzt, kann
es zukünftig auch mehr werden", sagte Eichiner weiter.
Carl Zeiss Meditec sucht Zukäufe
FRANKFURT - Der Augenheilkundespezialist und
Medizintechnikhersteller Carl Zeiss Meditec ist auf der
Suche nach Zukäufen. Mit einer hohen Eigenkapitalquote von 73
Prozent und auf Bankkonten liegenden 110 Millionen Euro sieht sich
die Zeiss-Tochter auch für größere Übernahmen gewappnet. Zudem
könnte die Mutter mit einem Darlehen einspringen, und es könnte eine
Anleihe begeben werden, listete Meditec-Finanzvorstand Christian
Müller im Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Samstag) weitere
finanzielle Unterstützungen für eine mögliche Akquisition auf.
Sollte jedoch kein geeignetes Unternehmen zu finden sein - "wir
lassen uns vom Kapitalmarkt nicht zu irgendwelchen unüberlegten und
unausgereiften Transaktionen verleiten" -, sei eine
Sonderausschüttung möglich bis zur Höhe eines kompletten
Jahresüberschusses. Statt der tatsächlich gezahlten 30 Cent je Aktie
für das vergangene Geschäftsjahr hätten die Aktionäre dann mit 82
Cent fast das Dreifache erhalten.
Medien: Yahoo-Chef wird nach Titel-Affäre zurücktreten
NEW YORK - Der wegen eines geschönten Lebenslaufs heftig unter
Beschuss geratene Yahoo -Chef Scott Thompson
will einem Medienbericht zufolge seinen Hut nehmen. Das schrieb das
Blog "All Things Digital" am Sonntag unter Berufung auf mehrere
Quellen, die nah am Geschehen dran seien. Eine Bestätigung dafür gab
es zunächst nicht. Die "All Things Digital"-Autorin Kara Swisher hat
jedoch einen guten Draht in den Internetkonzern hinein. In der
Vergangenheit war sie mit ihren Informationen äußerst treffsicher.
Praktiker findet neuen Geldgeber und baut noch stärker um -
Vorstandschef geht
KIRKEL - Die kriselnde Baumarktkette Praktiker hat
einen neuen Investor gefunden und baut das Geschäft noch stärker um
als bislang geplant. So sollen zum Beispiel mehr Praktiker-Märkte in
Filialen der Kette Max Bahr verwandelt werden, wie das Unternehmen
am Sonntagabend in Kirkel mitteilte. Dies soll aber nicht mehr der
erst seit Herbst 2011 geholte Vorstandschef Thomas Fox erledigen. Er
wurde am Sonntag durch Kay Hafner ersetzt, der bisher im
Aufsichtsrat des Unternehmens saß.
Beihilfen an niederländische ING-Bank werden erneut überprüft
BRÜSSEL - Die milliardenschweren Beihilfen an die
niederländische Großbank ING werden nach
Angaben der EU-Kommission vom Freitag erneut überprüft. Die
Kommission hatte im Streit um die Beihilfen Anfang März eine
Niederlage vor dem höchsten EU-Gericht erlitten. Die Brüsseler
Wettbewerbshüter hätten die Beihilfen nicht ordentlich geprüft,
urteilte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (Rechtssachen
T-29/10 und T-33/10).
Presse: Bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze bei VW-Zulieferern
HANNOVER/WOLFSBURG - Bei Volkswagen -Zulieferern
könnten einem Bericht der "Automobilwoche" zufolge in den nächsten
Jahren weltweit bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die
Zeitung zitiert aus einer Analyse des Unternehmens, wonach im
Zusammenhang mit dem sogenannten Modularen Querbaukasten (MBQ) neue
Mitarbeiter eingestellt und qualifiziert werden müssten. Mit diesem
System basiert der Bau aller Autos im VW-Konzern - vom Polo bis zum
Passat - auf einer technischen Grundlage.
Loewe dementiert Bericht über Kaufangebot von Apple
NEW YORK/KRONACH - Der Fernsehgeräte-Spezialist Loewe hat einen amerikanischen Bericht über ein angebliches Kaufangebot
von Apple zurückgewiesen. Das Blog
"AppleInsider" hatte unter Berufung auf einen nicht näher benannten
Informanten geschrieben, Apple biete 87,3 Millionen Euro und Loewe
wolle eine Entscheidung bis kommenden Freitag treffen. An den
Angaben sei "überhaupt nichts dran", erklärte ein Loewe-Sprecher am
Sonntag.
Kritik an Berliner Flughafen-Desaster reißt nicht ab - Bürgerfest
SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Nach der verpatzten Eröffnung des neuen
Hauptstadtflughafens reißt die Kritik an den Verantwortlichen nicht
ab. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warf der
Flughafengesellschaft am Wochenende Versagen vor. Berlins
Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schließt ein
personelles Nachspiel nicht aus. Man werde die gemachten Fehler
aufarbeiten, "und gegebenenfalls müssen auch Konsequenzen gezogen
werden", sagte Wowereit am Samstag bei einem Bürgerfest auf dem
Flughafengelände. Dorthin strömten am Wochenende ungeachtet des
verschobenen Eröffnungstermins mehr als 100.000 Besucher.
Presse: Leerlauf in Opel-Werken
FRANKFURT - Die Werke des krisengeschüttelten Autobauers Opel
leiden nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" unter
mangelnder Auslastung. In einigen Werken lägen mehr als 40 Prozent
der Kapazität brach, berichtet das Magazin mit Bezug auf
vertrauliche Unterlagen des Unternehmens, das zum US-Autobauer
General Motorsd (GM) gehört. Opel werde bis Jahresende rund eine
Million Autos produzieren, habe aber Kapazitäten für 1,6 Millionen.
/he
AXC0062 2012-05-13/20:35