Norbert Röttgen führt die CDU in NRW in eine historische Niederlage, verliert das Amt des Landesvorsitzenden und zerstört seine eigene Politkarriere. Das Debakel von Düsseldorf stürzt die CDU in eine tiefe Krise.
Als Norbert Röttgen abtritt von der kleinen Bühne in der CDU-Parteizentrale in Düsseldorf, da bricht sich die maßlose Enttäuschung Bahn, ein bitterer Zug tritt um seine Lippen. Er senkt den Kopf, leicht gerötet, und geht. So hat man ihn nie gesehen in den letzten anstrengenden Wochen des Wahlkampf, immer lächelte er optimistisch. Jetzt aber spiegelt sich die Niederlage in seinem Gesicht. Sie schmerzt.
Schon zehn Minuten nach den ersten Prognosen war er vor die Presse getreten, es gab da nichts mehr abzuwarten, keine Hochrechnung konnte ihn noch retten, dieses Ergebnis ist das Gegenteil von knapp. Die Prognosen zeigen die CDU zwischen 25 und 26 Prozent, Rot-Grün kann komfortabel regieren. Röttgen tritt mit seinen beiden möglichen Nachfolgern Karl-Josef Laumann und Armin Laschet und dem gesamten Schattenkabinett vor die Kameras, es herrscht Stille im Raum, kein Applaus zur Begrüßung, keine Rufe der Parteifreunde. "Dies ist eine eindeutige und klare Niederlage", sagt Röttgen, und "sie ist zuallererst meine Niederlage". Zwingend führe sie dazu, "dass ich die Führung des Landesverbandes abgebe." Ein außerordentlicher Parteitag soll die neue Parteiführung bestimmen.
Bitter, das ist Wort des Abends bei der CDU. In Düsseldorf wie in der Bundeshauptstadt. Im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin herrscht Grabesstille, während die Bilder von Röttgens Stellungnahme über die Fernsehschirme laufen. Mit finsteren Minen nehmen die wenigen CDU-Anhänger, die in die Parteizentrale gekommen sind,. das historische Debakel der Parteifreunde in NRW zur Kenntnis. Ein Mann mittleren Alters hat das Desaster wohl schon vor 18 Uhr kommen sehen. Sturzbetrunken wankt er durch das Voyer, stößt unverständliche Worte aus, um dann an einem Scheinwerfer hängen zu bleiben.
Angestrengt tritt CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe aufs Podium, um die Haltung der Bundespartei zum Röttgen-Debakel mitzuteilen. Man sieht ihm an, das ihm das NRW-Ergebnis deutlich missfällt. Indirekt schwingt Kritik ...
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