Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich auch persönlich einschalten und im Juni oder Juli mit den Ministerpräsidenten über mögliche Verbesserungen reden. Mit der Initiative reagieren Schröder und Merkel auf den Widerstand gegen das Betreuungsgeld. Ende März hatten 23 CDU-Bundestagsabgeordnete angekündigt, gegen die neue Familienleistung stimmen zu wollen. Die schwarz-gelbe Koalition hätte dann keine Mehrheit mehr. Vor allem in der "Gruppe der Frauen" in der Unionsfraktion gibt es erheblichen Widerstand gegen das Betreuungsgeld. Im Kanzleramt glaubt man, dass das Misstrauen der Frauen nicht nur am Betreuungsgeld selbst liegt. Die Frauen würden vielmehr erleben, dass der Krippenausbau immer noch nicht in allen Teilen der Union geliebt werde und der Ausbau der Plätze nicht schnell genug vorankomme. Sie hätten deshalb Angst, dass durch das Betreuungsgeld in der Familienpolitik der CDU etwas zurückgedreht werden könnte. Um den Widerstand gegen die neue Leistung zu brechen, müsse man deshalb deutlich machen, dass der Krippenausbau weiterhin Priorität habe.