Gestärkt von einem erfolgreichen Startquartal sieht sich der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) gut gerüstet für sein Gewinnziel von einer Viertelmilliarde Euro 2012. Jedoch blickt das Unternehmen zunehmend mit Sorge auf die Eurokrise. Die Stuttgarter erwirtschafteten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 66,5 Millionen Euro Überschuss, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. 2011 waren unter dem Strich rund 190 Millionen Euro übriggeblieben - diesmal sollen es 250 Millionen Euro werden. Rechnerisch sind damit nach dem ersten Vierteljahr rund 27 Prozent erreicht.
"Mit dem erzielten Quartalsergebnis liegen wir in einem nicht einfachen, von niedrigen Zinsen geprägten Marktumfeld weiter auf Kurs", ließ Konzernchef Alexander Erdland erklären. Ein Sprecher sagte, das erste Halbjahr sei in der Regel das stärkere. Sorgen bereitet W&W eigenen Angaben zufolge das weiterhin niedrige Zinsniveau, das die finanzielle Vorsorge aus Verbrauchersicht weniger attraktiv erscheinen lässt. So war das eingelöste Neugeschäft beim Bausparen um gut 40 Millionen Euro rückläufig - tatsächlich bespart wird in Summe also weniger, was W&W weniger frisches Geld brachte. Auch das Neugeschäft mit der Baufinanzierung gab deutlich nach: 1,295 Milliarden Euro sind im Vergleich rund 200 Millionen Euro Einbuße.
Mit einem Strategieprogramm wolle der Konzern gegensteuern und verstärkt um Kunden werben. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Jahresende leicht von 75,4 auf 76,3 Milliarden Euro. Umgerechnet auf Vollzeitstellen gab es Ende März knapp 300 Jobs weniger als noch zur Jahreswende, so dass W&W 8.229 Stellen in Vollzeit zählte.
Mit Blick auf die Schuldenkrise in der Eurozone hofft der Konzern auf ein stabiles Deutschland, schreibt aber: "Die Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur und Sanierung der Staatsfinanzen bergen jedoch das Risiko einer dauerhaften Niedrigzinsphase. Eine solche Dauerniedrigzinsphase stellt mittelfristig eine erhebliche Beeinträchtigung unserer Ertragsentwicklung dar."/loh/DP/edh
AXC0154 2012-05-14/14:01
