Starkes Wachstum der deutschen Wirtschaft
hat dem Dax am Dienstag zu einer Erholung verholfen. Nach
dem Dämpfer Ende 2011 kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
gegenüber dem Vorquartal bereinigt um 0,5 Prozent und verdrängte so
die anhaltende Unsicherheit um die Regierungsbildung in
Griechenland. Für den deutschen Leitindex ging es um 0,76 Prozent
nach oben auf 6.501,00 Punkte, nachdem der Wochenstart noch sehr
schwach ausgefallen war. Der MDax kletterte an diesem
Dienstag um 0,54 Prozent auf 10.419,84 Punkte und der TecDax
verbesserte sich um 0,71 Prozent auf 777,21 Punkte.
Auch dem tags zuvor noch auf den tiefsten Stand seit Mitte
Januar abgerutschten Euro half die überraschende Dynamik der
deutschen Wirtschaft. Immerhin hatten Experten nur bis zu 0,2
Prozent Steigerung gegenüber dem Vorquartal erwartet. Neben dem
Zahlenreigen zum Ausklang der Berichtssaison bleibt aber
Griechenland natürlich Thema. Nach dem Scheitern aller bisherigen
Bemühungen in Griechenland liegt jetzt als letzter Vorschlag die
Bildung einer Expertenregierung auf dem Tisch. Staatspräsident
Karolos Papoulias will am Berichtstag darüber mit allen Parteichefs
- außer den Faschisten - beraten. Bleiben auch diese Gespräche
erfolglos, dürften Neuwahlen am 10. oder 17. Juni kaum noch
abzuwenden sein. Die tags zuvor spürbare Flucht in sicherere
Anlagealternativen scheint aber zunächst etwas gebremst. Am
Nachmittag kommt aus den USA ein Strauß frischer Konjunkturdaten,
der für neue Impulse sorgen dürfte.
ALLIANZ, MERCK KGAA UND THYSSENKRUPP IM DAX MIT ZAHLEN
Im Dax erstatteten aktuell die Allianz , Merck KGaA
und ThyssenKrupp Bericht. Dabei ging es für die
Stahltitel mit minus 2,66 Prozent besonders deutlich nach unten. Vor
allem der Ausblick auf ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und
Steuern (EBIT) im mittleren dreistelligen Millionenbereich sei auf
den ersten Blick sehr schwach, sagte ein Händler. Ohnehin seien die
Zahlen für das zweite Geschäftsquartal zum Teil schlechter als
erwartet, insbesondere ergebnisseitig.
Merck-Anteile tendierten mit minus 1,16 Prozent ebenfalls
schwächer. Der Pharma- und Chemiekonzern verdiente im ersten Quartal
wegen eines Umsatzrückgangs im Chemiegeschäft weniger und
enttäuschte laut Börsianern die Gewinnerwartungen. Den Ausblick für
das Gesamtjahr stufte ein Händler dagegen als ordentlich ein. Die
Papiere der Allianz legten dagegen um 0,83 Prozent zu, nachdem die
endgültigen Zahlen ohne Überraschungen geblieben waren.
SKY DEUTSCHLAND OPERATIV VERBESSERT - ZAHLEN BLEIBEN ROT
Im MDax ging es für die Aktien von Sky Deutschland trotz weiterhin roter Zahlen um 4,44 Prozent nach oben. Der
Bezahlsender konnte die Verluste in den ersten drei Monaten dank
eines erneut starken Abo-Zuwachses weiter eindämmen. Mit dem Erwerb
der Bundesligarechte, Vertragsverlängerungen mit Hollywood-Studios
und dem Start des Serienkanals Sky Atlantic HD habe sich Sky zudem
eine gute Position für weiteres Wachstum erarbeitet, hieß es.
Dagegen sackten HHLA um 6,76 Prozent ab. Der
Hamburger Hafenbetreiber hat nach einem überraschenden
Gewinneinbruch im ersten Quartal seine Ziele für 2012
zusammengestrichen. Wegen geringerer Erlöse, der Verzögerung bei der
Elbvertiefung und der Modernisierung des Container-Terminals
Burchardkai rechnet Vorstandschef Klaus-Dieter Peters nun mit
weniger Umsatz und Gewinn als 2011.
STRATEC RUTSCHEN NACH NEUER PROGNOSE AB
Die Aktien von Stratec Biomedical Systems gingen im
TecDax um 8,07 Prozent in die Knie. Die DZ Bank sah die neue
Mittelfristprognose des Diagnostik- und Biotechunternehmens etwas
unter den Erwartungen./ag/rum
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
AXC0147 2012-05-15/10:06