Die Ölpreise haben sich am Dienstag uneinheitlich entwickelt. Nach einer tagelangen Verlustserie konnte der Abwärtstrend im Zuge unerwartet positiver Konjunkturdaten aus der Eurozone gebremst werden. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg im Mittagshandel um 33 Cent auf 111,90 US-Dollar. Rohöl der US-Sorte WTI fiel dagegen weiter und gab zuletzt um 21 Cent auf 94,57 Dollar nach.
Eine positive konjunkturelle Überraschung sorgte am Vormittag für steigende Risikofreude an den Finanzmärkten, von der zumindest der Brentpreis profitieren konnte: Die Wirtschaft des Euroraums ist im Auftaktquartal nicht wie befürchtet geschrumpft und hat damit überraschend eine Rezession vermieden. Vor allem die größte Euro-Volkswirtschaft Deutschland entwickelte sich deutlich besser als am Markt erwartet worden war.
Zuletzt waren die Ölpreise immer weiter in der Defensive geraten. Der Brentölpreis fiel zum Wochenauftakt zeitweilig auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. WTI stürzte sogar auf ein 5-Monatstief. Kurzfristig dürften die Preise unter Druck bleiben, prognostizieren die Rohstoff-Experten der Commerzbank. So dürften die sich bereits auf einem 21-Jahreshoch befindenden US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche weiter gestiegen sein.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist unterdessen weiter gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 108,14 Dollar. Das waren 1,10 Dollar weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/bgf
AXC0235 2012-05-15/12:33