Der Versicherungskonzern Talanx ist vor
seinem geplanten Börsengang mit deutlichen Zuwächsen ins Jahr
gestartet. In den ersten drei Monaten sprang der Konzerngewinn dank
geringerer Schäden und besseren Bedingungen an den Kapitalmärkten
von 77 auf 211 Millionen Euro, wie Talanx am Mittwoch in Hannover
mitteilte. Die Muttergesellschaft der Hannover Rück
Für das laufende Jahr hielt der Vorstand an seinem Ziel fest, die Prämieneinnahmen um einen niedrigen einstelligen Prozentwert zu steigern. Eine Gewinnprognose gab der Vorstand um Konzernchef Herbert Haas erneut nicht ab. Bereits im März hatte er genauere Angaben mit Blick auf den geplanten Börsengang abgelehnt. Allerdings sollen die jährlichen Kosten bis zum Jahr 2016 um 245 Millionen Euro sinken. Dazu will Talanx in Deutschland 730 Arbeitsplätze streichen, wie der Konzern bereits im April mitgeteilt hatte.
Die Konzerntochter Hannover Rück hatte bereits Anfang Mai von einem deutlichen besserem Geschäftsverlauf berichtet. Dieser schlug sich nun auch in den Quartalszahlen der Mutter nieder. Die Gewinne an den Kapitalmärkten fielen ebenfalls besser aus: Die Kapitalanlagen der Hannoveraner verzinsten sich mit 4,6 Prozent nach 4,2 Prozent ein Jahr zuvor und lieferten ein um 15 Prozent auf 961 Millionen Euro gestiegenes Ergebnis.
Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote in der Sach- und Unfallversicherung lag einschließlich des Rückversicherungsgeschäfts mit 96,4 Prozent unter der wichtigen 100-Prozent-Marke. Damit reichten die Versicherungsbeiträge allein aus, die Ausgaben für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Im Vorjahr hatten Großschäden wie der Tsunami in Japan noch für einen Wert von 112,6 Prozent gesorgt.
Rückgänge bei Bruttoprämien und operativem Ergebnis (EBIT) verbuchte das Unternehmen dagegen im Privat- und Firmenkundengeschäft in Deutschland, nachdem die Rechtsschutzversicherung der HDI-Gerling 2011 verkauft worden war. Ein Jahr zuvor habe allerdings auch die Auflösung von Rückstellungen das Ergebnis in die Höhe getrieben, hieß es. In der Lebensversicherung ging das Neugeschäft zurück, vor allem Policen gegen Einmalbeitrag waren weniger gefragt.
In Presseberichten hatte es Anfang Mai unter Berufung auf Versicherungskreise geheißen, der Konzern wolle seine Pläne für den Börsengang noch im Mai offiziell vorstellen. Ein Talanx-Börsengang ist seit mehr als einem Jahrzehnt im Gespräch, scheiterte aber immer wieder. Eigentümer der Talanx AG, die 50,2 Prozent an der Hannover Rück hält, ist der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie, einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Dieser will offenbar auch nach einem Börsengang Mehrheitsaktionär bleiben./men/stw/stb
ISIN DE0008402215
AXC0129 2012-05-16/11:18
