(Neu: Hintergrund, ELA-Alternative für griechische Banken)
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank hat die griechischen Banken von ihrem Hauptrefinanzierungsgeschäft ausgeschlossen. Die Institute können sich erst wieder bei der EZB refinanzieren, wenn die Bankenrekapitalisierung abgeschlossen sei, teilte die Zentralbank in Frankfurt mit. Die Banken des schuldengeplagten Eurolands sind aber nicht völlig von ihrer Geldquelle abgetrennt. Sie können sich nach wie vor Geld über die Spitzenrefinanzierungsfazilität leihen, teilte die EZB mit. Das ist aber teurer für die klammen Geldhäuser, weil der Zins bei 1,75 Prozent steht. Der Leitzins liegt hingegen nur bei 1,0 Prozent.
Das Eigenkapital der griechischen Geldhäuser hat durch den Schuldenschnitt extrem gelitten, weil die Häuser zu den Hauptgläubigern des Staates gehörten. Die Statuten der EZB besagen, dass die Notenbank nur an "solvente Gegenparteien und gegen geeignete Pfänder" Geld verleihen darf. Die Banken leben mittlerweile von der Hand in den Mund. Die größten Banken des Landes arbeiten seit dem Anleihentausch mit wenig oder ohne Eigenkapital. "Seit dem Umtausch der Staatsanleihen sind die Offenmarktgeschäfte sehr begrenzt", bestätigte ein hochrangiger griechischer Banker.
Den griechischen Banken bleibt aber noch eine Alternative, um an frische Liquidität zu kommen. Sie können die Notfall-Liquiditäts-Hilfe (ELA) der griechischen Notenbank nutzen. Dort bekommen sie nach wie vor Zentralbankgeld gegen geringe Zinsen und auch gegen Pfänder von geringer Qualität. Der EZB-Rat, der am Montag zu einer Sitzung ohne Zinsentscheid zusammentritt, muss allerdings die ELA-Option neu bestätigen.
Mit ihrer Erklärung reagiert die EZB auf Marktgerüchte und erhöht implizit auch den Druck auf die griechischen Behörden, die Bankenrekapitalisierung auf den Weg zu bringen. Der temporäre europäische Rettungsfonds EFSF hat bereits 25 Milliarden Euro für die Sanierung der griechischen Banken bereitgestellt. Allerdings liegt das Kapital beim nationalen Bankenrettungsfonds und ist noch nicht ausgezahlt. Der Fonds spielt den Ball aber an die internationalen Geldgeber zurück, weil deren Zustimmung zur Auszahlung noch nicht vorliege. Das Geld könne aber binnen einer Woche ausgereicht werden, sagte der Chef des griechischen Bankenrettungsfonds zu Dow Jones Newswires.
-Von Geoffrey T. Smith, Dow Jones Newswires,
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May 16, 2012 14:08 ET (18:08 GMT)
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