WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy ist an diesem Wochenende in einem Porsche 356 unterwegs. Quer durch Italien auf der Mille Miglia. Hier lesen Sie ab Donnerstag seinen Reisebericht.
Da ist er. Der Porsche 356, ich darf ihn fahren, den ersten, den seltenen, den vergötterten Ur-Porsche. 1000 Meilen auf der Mille Miglia, von Brescia nach Rom und zurück. Ok, nicht selber am Steuer, aber immerhin als Ko-Pilot werde ich Porsche-Pressechef Hans-Gerd Bode durch Italien leiten, über Geschwindigkeitsmessstrecken und nächtliche Landstraßen, Pappelalleen entlang und durch Ravenna und Sirmione und Padua und vielen anderen, die alle sorgfältig im Roadbook aufgeführt sind, rund 1000 Seiten Italien.
Er hat einen 1,5 Liter Motor mit immerhin 55 PS. Er ist Baujahr 1954, ich 1955. Wir werden uns also gut verstehen. Da bin ich mir ganz sicher, denn – ich habe ich schon gefahren, viele, viele Meter. Zwischen Sofa und Wohnzimmerschrank. Mein Bruder hatte dieses Modell in den 60er Jahren zu Weihnachten als Schuco-Ausgabe erhalten – mit einem Batteriemotor und Fernsteuerungskabel, das sich bevorzugt um die Sesselbeine wickelte und die rasende Fahrt zu einem jähen Ende brachte. Denn der 356er wurde sofort ein begehrter Klassiker, bis 1965 wurden 77.766 Fahrzeuge diesen Typs gebaut. Und wer nicht ein Filmstar wie James Dean war, sondern neben dem Stahlwerk wohnte, der war auf die Fernsteuerungsausgabe von Schuco angewiesen. Aber ...
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