Der US-Mischkonzern General Electric
Die Offshore-Windindustrie sei noch sehr jung. "Jeder
Marktteilnehmer in einer sehr jungen Industrie geht durch eine
Lernkurve und schaut, was bei den anderen passiert und lernt von den
guten Dingen und auch von denen, die nicht geklappt haben." Der
deutsche GE-Rivale Siemens
"Das Kernproblem im Offshorebereich in Deutschland ist die Anbindung. Solange der Strom nicht transportiert werden kann ist es schwierig. Das sind unglaubliche Investitionsvolumen, die da gemeistert werden müssen", gibt der GE-Manager zu bedenken, sagt aber auch: "Das Offshore-Geschäft ist ein Marathon und kein Sprint".
GE ist 2002 mit einer Übernahme in das Windernergie-Geschäft eingestiegen. Vor zehn Jahren kaufte der US-Konzern aus der Insolvenzmasse von Enron das Windgeschäft. 2009 kam mit einer weiteren Übernahme der norwegische Windspezialist Scanwind zum Portfolio hinzu. Bislang gibt es von GE nur eine Offshore-Windanlage, die 4,1 Megawatt leistet und einen Rotor-Durchmesser von 113 Metern hat. Bisher steht sie aber rein zu Demonstrationszwecken vor Göteborg.
"Die ersten fünf bis zehn Anlagen, entsprechend des Marktwachstums, werden wir im Idealfall zusammen mit Kunden im Wasser aufbauen und in die weitere Kommerzialisierung gehen", beschreibt Ritter die Pläne. "Dabei ist nicht das Tempo das entscheidende, sondern die Sorgfalt." GE sei in Gesprächen mit allen potenziellen Kunden, die auch schon Offshore-Erfahrung gesammelt hätten. "Dabei haben wir keinen Zeitdruck."
Im Gegensatz zu den Windkraftanlagen vor den Küsten, sind die Windräder an Land bereits wesentlich ausgereifter. "Die Onshore- und die Offshore-Windbranche sind in völlig unterschiedlichen Entwicklungsstadien", sagt Ritter. "Bei Offshore gibt es eine weltweit installierte Leistung von circa 3,5 Gigawatt, das ist ein Drittel dessen, was jedes Jahr in Europa an Land installiert wird." GE hat laut Ritter mittlerweile mehr als 17.500 Anlagen weltweit installiert.
Das dänische Beratungsunternehmen BTM Consult sieht General Electric in der Windkraft weltweit weiterhin auf Rang drei, hinter der chinesischen Goldwind auf dem zweiten und der dänischen Vestas auf dem ersten Platz. Die Dänen sind mit ihren Offshore-Plänen aber auch noch deutlich in Verzug. Die deutsche Nordex hat sich von den Anlagen auf hoher See mittlerweile komplett verabschiedet.
Im vergangenen Jahr wurden laut den Beratern weltweit 41,7 Gigawatt an neuer Windkraftkapazität installiert - ein Rekordwert. "Wir haben unseren Anteil an der jährlichen Installation in Europa von 2009 bis 2011 verdreifacht und entsprechend haben sich die Produktion und Umsätze entwickelt", sagte Ritter.
Konkrete Umsatz- oder gar Gewinnzahlen für das Windkraftgeschäft will Ritter nicht nennen. Der Konzern weist nur den Wert für die gesamte Energiesparte aus, dazu gehören auch aber Gasturbinen oder Generatoren. Deren Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 43,6 Milliarden US-Dollar (33,7 Milliarden Euro) und liegt damit deutlich über den 27,6 Milliarden Euro, die Siemens in seinem Energiegeschäft erzielen konnte./stb/nmu/zb
ISIN DE0007236101 US3696041033
AXC0096 2012-05-18/11:50
