DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Stahlkonzern ThyssenKrupp sieht sich nach Alternativen für seine amerikanischen Stahlwerke um. Für die Produktionsstätten von Steel Americas in den USA und Brasilien sollen alle strategischen Optionen geprüft werden, teilte der DAX-Konzern mit. Hintergrund sei die nachhaltige Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Seit der Planung des Projekts eines integrierten Verbundes mit dem Brammenwerk in Rio de Janeiro und dem Weiterverarbeitungswerk in Alabama habe sich das Umfeld in Brasilien und den USA anders entwickelt als ursprünglich angenommen, sagte Konzernchef Heinrich Hiesinger. "Damit gibt es klare Gründe, die dieses Konzept nunmehr in Frage stellen", sagte er. "Daher müssen wir prüfen, ob es weiterhin strategisch sinnvoll ist, beide Werke in einem gemeinsamen integrierten Verbund zu betreiben."
Die Grundvoraussetzungen für das Projekt - günstige Produktion der Brammen in Brasilien, Weiterverarbeitung und Verkauf mit Preisprämien in Nordamerika - sieht ThyssenKrupp nicht mehr gegeben. So seien die Produktionskosten in Brasilien kräftig gestiegen. Die erhofften Preisprämien auf dem US-Markt seien aufgrund der sich nur verhalten entwickelnden Nachfrage nur mit bestimmten Produkten und in bestimmten Sektoren zu erzielen.
Die nun geprüften strategischen Optionen könne sowohl eine Partnerschaft als auch den Verkauf an jemanden umfassen, der die Qualität und die spezifische Markt- und Wettbewerbsfähigkeit der Werke besser nutzen könne.
Hiesinger sagte, bislang seien rund 12 Milliarden Euro an Baukosten und Anlaufverlusten bei den neuen Werken angefallen. Der Bereich Steel Americas habe derzeit einen Buchwert von rund 7 Milliarden Euro.
Die zur Disposition stehenden Werke wird ThyssenKrupp nicht von jetzt auf gleich aufgeben. Der Hochlauf soll weiter vorangetrieben werden. Der Konzern spricht von deutlichen Fortschritten, die bereits erzielt wurden.
DJG/mgo/sha
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May 15, 2012 09:51 ET (13:51 GMT)
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