--Fresenius veröffentlicht Übernahmeangebot für Rhön-Klinikum
--Preis liegt wie angekündigt bei 22,50 Euro je Aktie in bar
--Annahmefrist endet am 27. Juni um 24:00 Uhr
(durchgehend neu) Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Gesundheitskonzern Fresenius hält bei der geplanten Übernahme der Krankenhauskette Rhön-Klinikum seinen Zeitplan. An diesem Freitag hat das Unternehmen wie angekündigt den Aktionären der Rhön-Klinikum AG ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet. Am 4. Mai hatte Fresenius die Unterlagen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Prüfung eingereicht.
Die Offerte sieht unverändert die Zahlung von 22,50 Euro je Aktie in bar vor und steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 90 Prozent. Eine Nachbesserung des Angebots sei nicht vorgesehen, bekräftigte das im DAX gelistete Unternehmen. Die Annahmefrist endet am 27. Juni um 24:00 Uhr. Der Kaufpreis für alle ausstehenden Aktien beträgt rund 3,1 Milliarden Euro.
Eugen Münch, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Rhön-Klinikum hat bereits eine Einlieferungsverpflichtung über seinen Anteil von 12,45 Prozent abgegeben. Ihm soll laut Prospekt bei einer Übernahme durch Fresenius der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitz bei der alten und neuen Klinikgruppe angeboten werden.
Finanzieren will Fresenius die Übernahme zu einem Drittel mit Mitteln aus der kürzlich abgeschlossenen Kapitalerhöhung, mit der sich das Unternehmen rund 1 Milliarde Euro gesichert hat. Weitere Finanzierungsinstrumente sind ein syndizierter Kredit und eine Anleihe.
Durch den Zusammenschluss mit der Fresenius-Klinikkette Helios würde ein Klinikverbund mit einem Umsatz von rund 6 Milliarden Euro entstehen. Die neue Krankenhausgruppe, die vom Helios-Management geführt werden soll, wäre dann der europaweit größte Klinikbetreiber in privater Trägerschaft und mit deutlichem Abstand der größte deutsche private Klinikkonzern. Er soll unter dem Namen "Helios-Rhön Kliniken AG" firmieren. Die Zusammenführung soll durch Verschmelzung der Helios Kliniken GmbH auf Rhön-Klinikum erfolgen. Zukünftiger Sitz der Geschäftsleitung soll in Berlin, am Stammsitz von Helios sein.
Fresenius erwartet aus der Allianz erhebliche Größenvorteile und Wachstumschancen. Laut Angebot besteht keine Absicht, Kliniken von Rhön-Klinikum zu verlegen oder zu schließen.
Ob der Milliardenkauf gelingt, ist aber vor allem wegen der hohen Annahmeschwelle von 90 Prozent noch offen. Die Hürde zu nehmen ist für Fresenius wichtig, um bei Rhön Handlungsfreiheit zu haben. Die Satzung des fränkischen Klinikbetreibers sieht nämlich für alle wichtigen Beschlüsse auf der Hauptversammlung eine Mehrheit von 90 Prozent des vertretenen Kapitals vor. Damit wollte Firmengründer Münch seinerzeit das Unternehmen gegen eine feindliche Übernahme absichern. Da er eine Sperrminorität besitzt, geht ohne den Firmengründer nichts, was eine Gegenofferte allerdings wenig wahrscheinlich macht.
Fresenius hatte die anvisierte Übernahme des Helios-Wettbewerbers Ende April angekündigt. Mit einem Abschluss der Transaktion rechnet das Unternehmen früheren Angaben zufolge im dritten Quartal. Die Kartellbehörden müssen die Übernahme noch genehmigen. Größere kartellrechtliche Auflagen erwartet Fresenius nicht.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/mgo
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May 18, 2012 13:04 ET (17:04 GMT)
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