Flensburg (ots) - Der Sturz Norbert Röttgens ist nicht allein die Folge der Machtpolitik der Kanzlerin. Mit einem Gegenangriff auf Angela Merkel trüge Norbert Röttgen ein hohes Risiko. Wollte er sich in die Opferliste Merkelscher Machtpolitik einreihen - von Friedrich Merz über Roland Koch bis zu Ursula von der Leyen -, wären ihm zwar Auftritte in TV-Talkshows sicher. Doch muss Röttgen mit der Recherche-Arbeit von Redaktionen rechnen, die ihn keineswegs gut aussehen lässt. Zu Zeiten der großen Koalition versuchte er, Fraktionschef Volker Kauder zu stürzen. Bis heute hat er deshalb treue Feinde in der Union. Seine Absicht, eine Spitzenposition beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit dem Abgeordnetenmandat zu verbinden, ließ erstaunliche Mängel an politischem Instinkt erkennen. Wie zu hören ist, war Merkel das Risiko bewusst, durch die brutale Entlassung Röttgens beschädigt zu werden. Das Gelingen der Energiewende war ihr aber wichtiger. Von Thomas Habicht
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