Als Stracke als neuer Chef zu Opel kam, hielt man das Unternehmen schon für saniert. Doch statt neue Modelle zu bauen, muss der Ingenieur nun das Unternehmen sanieren. Die kommenden Wochen werden für ihn zur Feuerprobe.
Er ist der Buhmann. Im wahrsten Sinne des Wortes. Für Karl-Friedrich Stracke häufen sich die unangenehmen Termine. Vor acht Tagen wurde der Opel-Boss auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk Rüsselsheim von Tausenden von Mitarbeitern ausgebuht. Heute tritt er im Beisein der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vor die Belegschaft in Bochum, die um die Zukunft ihres Standorts fürchtet. Stracke macht sich keine Illusionen: Der Empfang im Werk I unter dem großen, weißen Opel-Schriftzug wird auch nicht gerade freundlich ausfallen.
Die Belegschaft möchte Klarheit über die Zukunft der Werke. Doch der Mann aus Nordhessen, dessen Sprachmelodie nach einer langen Zeit in der US-Zentrale des Mutterkonzerns General Motors sehr amerikanisch klingt, hält sich alle Optionen offen. Er muss den Beschäftigten neue Zugeständnisse abtrotzen - da ist die Angst ein nicht unwillkommener Begleiter.
Unversehens muss der 56-jährige Topmanager, der erst vor gut einem Jahr den Chefsessel im Opel-Vorstandsgebäude am Rüsselsheimer ...
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