Der Aktienkurs im Keller, das vierte
Jahr ohne Dividende und Aufregung um das Millionengehalt für den
Chef: Zoff ist bei der Commerzbank
Konzernchef Martin Blessing seinerseits dürfte einmal mehr auf die jüngsten Erfolge des teilverstaatlichten Instituts verweisen: Das gigantische Kapitalloch von 5,3 Milliarden Euro konnte ohne erneute Staatshilfe vorzeitig geschlossen werden, im Kerngeschäft gab es zu Jahresbeginn einige Lichtblicke.
Schon aus Gegenanträgen zur Hauptversammlung ist herauszulesen, dass sich etliche Aktionäre damit nicht zufriedengeben werden. Sie machen Blessing verantwortlich für eine "desaströse Geschäfts- und Kursentwicklung" - insbesondere nach der riskanten Dresdner-Bank- Übernahme mitten in der Krise 2008. Der Aktionär Riebeck-Brauerei fordert erneut, Blessing das Vertrauen zu entziehen: Die Bank sei "vor allem ein Dauersubventionsfall für Aktionäre und Staat".
Kontrolliert werden soll die Commerzbank künftig auch vom
ehemaligen EZB-Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell. Auf
der Tagesordnung der Hauptversammlung steht die Wahl der
Österreicherin in den Aufsichtsrat. Tumpel-Gugerell, die bei der
Europäischen Zentralbank (EZB) bis zu ihrem turnusgemäßen
Ausscheiden Ende Mai 2011 für Personal zuständig war, soll im
Commerzbank-Aufsichtsrat Generali
Die Hauptversammlung soll zudem über weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalstruktur abstimmen. Das Management will möglichst flexibel mit den Stillen Einlagen des Versicherers Allianz (750 Mio Euro) und des Bankenrettungsfonds Soffin (1,7 Mrd Euro) umgehen können, denn die Soffin-Einlage wird nur noch bis Ende 2017 als Krisenpuffer anerkannt. Die Commerzbank will sich daher auch die Möglichkeit einer weiteren Kapitalerhöhung schaffen./ben/DP/enl
ISIN DE0008032004 IT0000062072
AXC0130 2012-05-21/14:23
