Wir müssen nun genau hinschauen, denn es bilden sich in diversen Indizes erste Boden-Formationen aus. Dazu der Chart des DAX- Future:

Sie sehen hier am bisherigen Ende des Abwärtstrends eine typische "W-Formation", die sich gerne bei Konsolidierungen im Bereich des Bodens ausbildet. Hinzu kommt, dass sich die Abwärtsbewegung vom März bis heute in nahezu zwei gleich lange Abwärtsbewegungen mit einer großen Zwischenerholung aufgliedert (hier ist nur deren zweite Welle dargestellt). Auch das ist ein Hinweis, dass sich auf dem aktuellen Niveau bis hinunter in den Bereich der 6.200-Punkte-Marke tatsächlich ein Boden ausbilden kann. Zudem könnte der DAX-Future nun auch die obere Abwärtstrendlinie knacken, an die er gerade gelaufen ist. Das wäre aus charttechnischer Sicht sozusagen die Bestätigung des Bodens. Umso genauer müssen wir demnach in den kommenden Tagen die weitere Kursentwicklung analysieren.
Sollte sich nämlich ein belastbarer Boden ausbilden, wäre das ein Hinweis darauf, dass vielleicht sogar die Konsolidierung insgesamt ein Ende findet. Allerdings dürfen die Kurse nicht an dieser Linie scheitern oder nach einem solchen Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal nicht wieder in diesen hineinfallen. Beides würde den möglichen Boden zumindest in Frage stellen.
Gold bestätigt prognostizierte Seitwärtsbewegung
Diese Entwicklung ist auch noch aus einem anderen Blickwinkel interessant: Der Goldpreis ist an der unteren Begrenzung seiner von mir seit Monaten prognostizierten Seitwärtsbewegung (siehe grünes Rechteck) abgeprallt ist und bestätigt diese damit eindeutig.

Gold ist an der unteren Linie im Bereich der 1.535-Dollar-Marke erneut nach oben abgeprallt (siehe roter Pfeil). Und das sogar mit einem Aufwärts-Gap. Das ist eigentlich ein eindeutig bullishes Zeichen. Nun gilt wieder die 1.800er Marke als Kursziel. Dieses Szenario würde erst wieder hinfällig, wenn die 1.535er Marke und das gerade ausgebildete Tief bei 1.523 Dollar nach unten gebrochen wird.
Doch im Moment hat sich die Seitwärtsbewegung erst einmal durchgesetzt. Da zurzeit Gold und der DAX sehr ähnlich verlaufen, unterstützt auch diese Entwicklung den Bodenversuch im DAX.
Schade ist lediglich, dass die fundamentalen Hintergründe, vor allem die politischen Börsen, noch kein Zeichen senden, dass auch hier ein Boden erreicht wird. Dann wäre die Signallage eindeutiger. So müssen wir leider immer noch mit Störfeuer aus dieser Richtung rechnen. Das schränkt die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Prognose natürlich spürbar ein.
Viele Grüße
Jochen Steffens
