===
TAGESTHEMA
Die amerikanische Großbank J.P. Morgan Chase hat ihr Aktienrückkaufprogramm gestoppt. Vorstandsvorsitzender James Dimon gab zur Begründung an, nach dem 2 Milliarden Dollar hohen Handelsverlust zu Beginn des Quartals habe zunächst die Stärkung des Eigenkapitals Vorrang. Dimon und seine Bank kämpfen immer noch mit den Folgen der Verluste, die in den ersten sechs Wochen des zweiten Quartals im so genannten Chief Investment Office entstanden sind. Diese Abteilung soll eigentlich die Risiken in der Unternehmensbilanz absichern.
Man mache Fortschritte beim Abbau der Risiken, sagte Dimon am Montag. "Wir werden dieses Problem niederringen, und hoffentlich werden wir am Ende des Jahres darüber nicht mehr reden müssen". Zunächst setzt die Bank aber ihr 15 Milliarden schweres Programm zum Rückkauf von Aktien aus, dass nach dem bestandenen Stresstest Mitte März eingeleitet wurde. "Wir haben uns dazu entschlossen, das Programm zu unterbrechen", sagte Dimon. "Wir wollen es wieder aufnehmen, aber wir sagen noch nicht, wann". Die Bank wolle laut Dimon aber ihre gegenwärtige Dividende aufrecht erhalten.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
In den USA veröffentlichen u.a. folgende Unternehmen Geschäftszahlen (Prognose Gewinn/Aktie in USD in Klammern):
22.01 Dell, Ergebnis 1Q (0,46)
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
16:00 Verkauf bestehender Häuser April
PROGNOSE: +2,7% gg Vm
zuvor: -2,6% gg Vm
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX Stand +/- % S&P-500-Future 1.315,40 -0,02% Nasdaq-Future 2.544,25 +0,03% Nikkei-225 8.720,88 +1,01% Hang-Seng-Index 19.097,55 +0,93% Shanghai-Composite 2.360,38 +0,51% Kospi 1.826,07 +1,50% S&P/ASX 200 4.112,60 +0,96%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Optimismus im Vorfeld des morgigen EU-Gipfels dominiert das Bild. "Im Vorfeld des EU-Gipfels zeigen sich die Leute etwas optimistischer, da sich die europäischen Staats - und Regierungschefs mehr auf die Einführung von Wachstumsstrategien und weniger auf reine Sparpolitik konzentrieren dürften", sagt Stan Shamu von IG Markets. Zudem hätten sich führende Politiker für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen, fügen andere Marktteilnehmer hinzu. Die Furcht vor einem Austritt des schuldenstrapazierten Landes aus dem Euro und den dadurch zu erwartenden Marktverwerfungen habe sich damit wieder etwas abgeschwächt. Konjunktursensible Werte führen die Gewinnerseite an. Am Devisenmarkt nähert sich der Australische Dollar der Parität mit seinem US-Pendant und klettert auf 0,9914 US-Dollar, nachdem er am Freitag noch ein Sechsmonatstief bei 0,9904 US-Dollar markiert hatte. Der Yen gibt zum US-Dollar um rund 0,1 Prozent nach.
US-NACHBÖRSE
Deutlich über Markterwartung ausgefallene Gewinnkennziffern haben die Aktien von Urban Outfitters im nachbörslichen US-Handel um 1,5 Prozent steigen lassen. Nordson verbuchte indes einen Gewinneinbruch von 20 Prozent, berichtete von einem schwächeren organischen Umsatz und höheren Kosten sowie in der Folge von sich eintrübenden Margen. Allerdings schoss die Aktie dennoch um 10 Prozent empor. Händler erklärten dies mit dem ausgesprochen positiven Ausblick des Anbieters von Schankanlagen auf die dritte Periode.
WALL STREET
Index Schlussstand Bewegung % Bewegung abs.
Dow Jones Industrial 12.504,48 +1,1% +135,10
S&P-500 1.315,99 +1,6% +20,77
Nasdaq-Composite 2.847,21 +2,5% +68,42
Nasdaq-100 2.545,43 +2,7% +66,90
Vortag
Umsatz (Aktien) 0,80 Mrd 1,16 Mrd
Gewinner 2.604 761
Verlierer 439 2.307
Unverändert 93 78
Ein europäischer Hoffnungsschimmer hat die Wall Street in ein freundliches Licht getaucht. Die G-8-Gruppe hat am Wochenende den Willen bekräftigt, Griechenland in der Eurozone zu halten. Außerdem rechnen viele Investoren mit Maßnahmen in Europa, die die Wirtschaft auf Touren bringen sollen. Bei den Einzelwerten waren alle Augen auf Facebook gerichtet. Auch am zweiten Handelstag schrieb die Aktie alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Die Aktien brachen um 11 Prozent ein. J.P.Morgan standen unter Druck. CEO Jamie Diman sagte heute, wegen des jüngsten Handelsverlusts von zwei Milliarden Dollar werde die Bank die Aktienrückkäufe erst einmal einstellen. Die Aktie fiel um 2,9 Prozent.
TREASURYS
Änderung Rendite 10-Jährige 100-1/32 -13/32 1,747% 30-Jährige 103-27/32 -13/32 2,809%
Mit der wieder gestiegenen Risikofreude rückten US-Anleihen als "sicherer Hafen" in den Hintergrund.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mo, 9.40 Uhr EUR/USD 1,2786 -0,2% 1,2808 1,2782 EUR/JPY 101,5145 -0,1% 101,5726 101,36935 USD/JPY 79,4230 +0,2% 79,2950 79,32 USD/KRW 1164,9500 -0,2% 1167,4100 1168,78 USD/CNY 6,3270 -0,0% 6,3270 6,327 AUD/USD 0,9902 -0,1% 0,9914 0,984945
ROHSTOFFE
ÖL
Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs. WTI/Nymex 92,98 92,57 0,13 0,12 Brent/ICE 108,89 108,81 0,07 0,08
Der Ölpreis legte nach einer sechstägigen Verlustserie zu. Zum Settlement kostete ein Barrel der US-Sorte 92,57 Dollar, das waren rund 1,2 Prozent mehr als am Vortag. Positive Impulse kamen vor allem von den Aktienmärkten, die in Europa und den USA kräftig gewannen.
METALLE
Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs. Gold (Spot) 1.589,45 1.593,05 -0,2% -3,60 Silber (Spot) 28,41 28,50 -0,3% -0,09 Platin (Spot) 1.466,75 1.466,15 +0,0% +0,60 Kupfer-Future 3,52 3,50 +0,3% +0,01
MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR
SCHULDENKRISE
US-Präsident Barack Obama hat die Euro-Staaten zu einer kraftvollen Lösung der Schuldenkrise aufgerufen. Nötig sei insbesondere eine "engere Koordinierung" der Finanz- und Geldpolitik, um das Wachstum zu stärken. Der US-Präsident forderte eine Geldpolitik, die reformwilligen Ländern wie Spanien und Italien eine Perspektive für mehr Wachstum, Arbeit und höhere Einkommen gebe.
===
DJG/raz/kko
(END) Dow Jones Newswires
May 22, 2012 01:25 ET (05:25 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.