Der Greifswalder Segel- und Motoryachtenbauer HanseYachts schließt seinen Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen. Dehler-Yachten sollen von August 2012 an im Stammwerk in Greifswald hergestellt werden, teilte der Produktionsvorstand der HanseYachts AG, Peter Barth, am Dienstag in Greifswald mit. Das Unternehmen will infolgedessen Synergieeffekte nutzen. Den betroffenen 89 Mitarbeitern in Freienohl solle ein Arbeitsplatz an der Küste angeboten werden, teilte HanseYachts mit. Die Firma beschäftigt insgesamt 680 Mitarbeiter.
Die HanseGroup ist einer der fünf größten Hersteller hochseetüchtiger Segelyachten weltweit. Sie produziert Boote der Marken Hanse, Dehler und Moody sowie Motorschiffe der Marke Fjord. Bis auf Dehler werden alle anderen Linien bereits in Greifswald gefertigt. Der Markt für Yachten gilt infolge hohen Konkurrenz- und Preisdrucks als schwierig. Das 1990 gegründete Unternehmen ging 2007 an die Börse. Seitdem fiel die Aktie von 34 Euro auf 4 Euro. Mehrheitseigner ist die Aurelius AG mit 72 Prozent.
Der Bootsbauer will durch die Produktionsverlagerung seine Kosten weiter reduzieren. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist in Greifswald angesiedelt. Zudem entfalle die Logistik zwischen den 600 Kilometer entfernten Standorten, sagte Barth. "Schon seit der Übernahme von Dehler vor drei Jahren haben wir die grundsätzliche Produktionsweise der Marken angeglichen." HanseYachts produzierte bisher an drei Standorten, neben Freienohl und Greifswald (420 Mitarbeiter) auch im polnischen Golenoiw. Im Krisenjahr 2008 musste das Unternehmen rund 110 Mitarbeiter entlassen.
Im Geschäftshalbjahr August 2011 bis Januar 2012 erzielte HanseYachts einen Umsatz von 30,4 Millionen Euro, rund 15,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Höhere Personalkosten führten unter anderem zu einem Verlust von 6,7 Millionen Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet die Gruppe leicht steigende Erlöse./mrt/DP/enl
ISIN DE000A0KF6M8
AXC0079 2012-05-22/10:39


