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WSJ UPDATE: Adidas zeigt ehemalige Manager in Indien wegen Betrug an

--Adidas stellt Strafanzeige gegen indische Manager

--Vorwurf des Diebstahls, Betrugs und der Bilanzfälschung

--Adidas beziffert entstandenen Schaden auf bis zu 125 Millionen Euro vor Steuern

(NEU: Weiter Details)

Von R. Jai Krishna und Rumman Ahmed 
THE WALL STREET JOURNAL 
 

BANGALORE (Dow Jones)--Die Unregelmäßigkeiten bei seiner indischen Tochtergesellschaft gewinnen für den deutschen Sportartikelhersteller Adidas an Brisanz. Der Konzern stellte wegen finanzieller und geschäftlicher Fehler bei seiner Tochter Reebok India Strafanzeige gegen deren ehemaligen Geschäftsführer und einen weiteren hochrangigen Manager.

In der am Dienstag auf einer Polizeiwache in Gurgaon, einer Vorstadt von Delhi, gestellten Anzeige wird Singh Prem und Vishnu Bhagat Diebstahl, Betrug und Bilanzfälschung vorgeworfen. Bereits Anfang Mai hatte Adidas über Unregelmäßigkeiten in Indien berichtet den dadurch entstandenen Schaden vor Steuern auf bis zu 125 Millionen Euro beziffert.

Zudem erwartet der Konzern in Indien einen negativen Einmaleffekt in Höhe von bis zu 70 Millionen Euro im Zusammenhang mit potenziellen Umstrukturierungen und Änderungen in der Geschäftstätigkeit.

Prem war Managing Director und Leiter der indischen Geschäfte bei Adidas. Bhagat war Chief Operating Officer der indischen Tochtergesellschaft Reebok. Die Verträge der beiden Manager wurden am 26. März aufgelöst.

Prem und Bhagat waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In früheren Interviews mit indischen Medien haben die beiden jedoch jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen.

Die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten sind ein Rückschlag für den Sportartikelhersteller, der in den vergangenen rasant in Indien expandierte. Bis vor kurzem erlaubte das Land Konzernen mit Einzelmarken wie Adidas nur über Joint Venture in Indien tätigt zu werden. Das schreckt viele globale Handelskonzerne ab, unter anderem Ikea. Das schwedische Unternehmen hat bislang keine Möbelhäuser in Indien. Die Adidas AG und die von ihr 2006 übernommene Reebok dagegen wollten von der wachsenden Nachfrage nach Markenartikeln und -kleidung in Indien profitieren.

In der Strafanzeige wirft Adidas den beiden ehemaligen Managern vor, die Produkte des Konzerns in "geheime" Warenlager umgeleitet und als unechte Verkäufe gebucht zu haben. Von zukünftigen Franchisepartner sei zudem in "betrügerischer Weise" Geld eingesammelt worden, unter dem Vorwand, neue Geschäfte zu eröffnen. Zudem hätten sie mit geschönten Absatzzahlen Anreiz- und Bonusprämien kassiert. Dies habe zu höheren Steuerlasten für den Konzern geführt. Auch die Außenstände seien zu hoch angegeben worden.

"Wir werden mit den indischen Behörden weiterhin zusammenarbeiten", teilte Adidas mit. Weitere Details wollte der DAX-Konzern aber nicht nennen. Die Unregelmäßigkeiten waren bei einer internen Überprüfung zwischen Januar und März zu Tage bekommen.

-Von R. Jai Krishna und Rumman Ahmed, The Wall Street Journal; 
+49-(0)69-29725-111; unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/hhb/sha/jhe 

(END) Dow Jones Newswires

May 23, 2012 10:35 ET (14:35 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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