Der Metall-Tarifabschluss im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg ist auf ein weitgehend positives Echo gestoßen. Die Einigung werde der aktuellen Situation der Branche in vollem Umfang gerecht, erklärte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt am Samstag. Allerdings gehe die beschlossene Tarifanhebung für viele Unternehmen an die Belastungsgrenze. "4,3 Prozent ist ein Scheck auf die Zukunft", hieß es auch beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Es sei aber ein Abschluss, mit dem ein Großteil der Unternehmen leben könne.
Bei vielen Unternehmen wurde das Verhandlungsergebnis positiv
bewertet: "Das ist natürlich ein guter Abschluss", sagte ein
Sprecher des Sportwagenbauers Porsche
SPD-Chef Sigmar Gabriel lobte die am Samstag nach einem Verhandlungsmarathon erzielte Einigung, die auf Empfehlung beider Seiten nun bundesweit übernommen werden soll. "In Deutschland erreichen die Tarifparteien immer wieder faire Kompromisse", ließ er mitteilen. Er lobte vor allem die beschlossene Regelung, Jugendliche nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in Zukunft grundsätzlich unbefristet zu übernehmen. "Das gibt den jungen Leuten Sicherheit, ohne die Betriebe zu überfordern." Dies sei ein wichtiges Signal für die Anstrengungen zur Fachkräftesicherung, betonte auch Baden- Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD).
Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel bezeichnete den Tarifabschluss als "Kompromiss der branchenbezogenen und gesamtwirtschaftlichen Vernunft". Unter jeweils umgekehrten Vorzeichen seien beide Seiten an die Grenze ihrer Möglichkeiten gegangen, sagte Hickel./kst/DP/zb
ISIN DE000PAH0038
AXC0033 2012-05-19/17:45
