Der US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den deutschen Staatsanleihen am Dienstag deutliche Kursgewinne beschert. Dass die Fed sich offenbar ziert, die US-Wirtschaft mit geldpolitischen Maßnahmen anzukurbeln, sorgte für Enttäuschung an den Finanzmärkten. Die bei defensiven Anlegern beliebten deutschen Staatstitel profitierten von der gesunkenen Risikofreude.
Am Nachmittag drehte der Euro-Bund-Future
Bernanke hatte bei seiner Rede vor einem Senatsausschuss keine klaren Hinweise auf eine weitere geldpolitische Lockerung gegeben. "Bernanke hat vielmehr seine in der vorletzten Woche gemachten Aussagen wiederholt", sagte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Viele Markteilnehmer haben hier offensichtlich mehr erwartet." Laut Wortberg dürfte die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung zunächst auf ein Anleihekaufprogramm verzichten und abwarten.
Bis sich der Fed-Chef als Stimmungsbremse für die Finanzmärkte erwies, hatte der Bund-Future noch deutlich im Minus tendiert. Am Vormittag hatte sich Spanien problemlos und zu günstigeren Konditionen am Geldmarkt refinanziert. Zudem hatten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland im Juli nur leicht eingetrübt und zeigten damit erste Anzeichen einer Stabilisierung. Deutlich zurück war jedoch die Beurteilung der aktuellen Lage gegangen.
Nach Einschätzung von Ralf Umlauf, Anleihe-Experte der Landesbank Hessen-Thüringen, ist eine Fortsetzung der Konsolidierung beim Bund-Future angesichts des rasanten Anstiegs in den letzten zwei Wochen weiterhin möglich. Übergeordnet bleibe das technische Bild aber vorerst Bund-freundlich und so sollten Rücksetzer zunächst nur kurzfristiger Natur sein./hbr/he
ISIN DE0009652644
AXC0213 2012-07-17/17:51
