Für Politiker sind Megaveranstaltungen wie der ESC in Aserbaidschan und die WM in Katar Anlass, mehr Demokratie zu fordern. Deutsche Unternehmen hoffen jedoch auf Großaufträge - und geraten schnell zwischen die Fronten.
Als Wolfgang Niersbach bei seiner Wahl zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes sich erlaubte, Kritik an der Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar zu erheben, brach in dem Wüsten-Emirat ein Sturm der Entrüstung los. "Seit der DFB-Chef die Vergabe an Katar öffentlich kritisiert hat, bläst uns hier heftiger Gegenwind ins Gesicht", berichtet der Vertreter eines deutschen Unternehmens in Katars Hauptstadt Doha: "Inzwischen wird offen gedroht, Großprojekte nicht mehr an deutsche Firmen zu vergeben."
Katar, das über seinen Staatsfonds QIA Großinvestor bei Volkswagen, Porsche sowie beim von der spanischen ACS übernommenen Essener Baukonzern Hochtief ist, ist von den Deutschen enttäuscht und droht mit finanziellem Liebesentzug. Die Zeitung "Al Raya" aus Doha rief sofort zum Boykott deutscher Unternehmen auf. Seither, so berichten deutsche Firmenvertreter am Golf, habe sich die einst sehr pro-deutsche Stimmung deutlich verschlechtert.
Katar ist dabei kein Einzelfall: Während sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus ...
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