Der südkoreanische Stahlkonzern Posco zeigt einem Pressebericht zufolge ein verstärktes Interesse an dem Erwerb der ThyssenKrupp-Werke in Übersee. Posco habe eine Absichtserklärung für die zum Verkauf gestellten Stahlwerke in Brasilien und USA abgegeben, berichtet die südkoreanische Zeitung Money Today unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen in der Industrie. Die Großbank Credit Suisse sei als Berater engagiert worden.
Sowohl Posco als auch Credit Suisse wollten den Bericht auf Dow-Jones-Anfrage nicht kommentieren. Ein ThyssenKrupp-Sprecher bestätigte lediglich Gespräche mit Marktteilnehmern. "Es gibt Interesse, aber noch nichts Konkretes." Ob Posco unter den Interessenten sei, wollte er nicht sagen.
Die Aktie von ThyssenKrupp setzte nach dem Bericht zu einem Höhenflug an. Mit einem Plus von 2,6 Prozent setzte sie sich am Donnerstagmittag an die Spitze der DAX-Gewinner. Ein Händler maß der Meldung allerdings keine allzu große Bedeutung bei. Das Interesse müsse schon sehr viel detaillierter ausfallen, um wirklich ernst genommen zu werden. Ein Verkauf dürfte sich als schwierig erweisen, da es nicht leicht fallen werde, einen ordentlichen Preis für die Sparte zu erzielen.
ThyssenKrupp will mindestens den Wert haben, den der Konzern derzeit noch in den Büchern stehen hat. Das sind ungefähr sieben Milliarden Euro. Mit den Einnahmen aus einem Verkauf soll bei ThyssenKrupp der Umbau vom Stahlhersteller zum diversifizierten Industriekonzern vorangetrieben werden.
Die beiden Werke in den USA und Brasilien bescheren der ThyssenKrupp AG seit Jahren Milliardenverluste. Als Hindernis erwiesen sich technische Probleme beim Hochfahren der neuen Werke. Zudem hat sich das Marktumfeld in Nordamerika deutlich schlechter entwickelt als erwartet. Im Mai hatte der DAX-Konzern deshalb die Werke zur Disposition gestellt.
In Brasilien hält ThyssenKrupp an dem Gemeinschaftsunternehmen Companhia Siderurgica do Atlantico (CSA) 73 Prozent. Den restlichen Anteil am Betreiber des Brammenwerkes hält der brasilianische Bergbaukonzern Vale.
Posco war schon im Juni Interesse an den Werken in den USA und Brasilien nachgesagt worden. Damals beteuerte der Konzern, er erwäge keinen Kauf. In der Presse wurden auch die Stahlkonzerne ArcelorMittal mit Sitz in Luxemburg, Ternium SA aus Argentinien, die japanische Nippon Steel Corp und die Baosteel Group Corp. aus China als potenzielle Käufer genannt.
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October 04, 2012 07:49 ET (11:49 GMT)
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