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Dow Jones News
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MÄRKTE USA/Trotz Spanien-Sorgen leichte Erholung erwartet

NEW YORK (Dow Jones)--Mit leichten Aufschlägen dürften die Kurse an Wall Street nach dem verlängerten Wochenende in die Sitzung starten. Am Montag fand wegen des "Memorial Day" kein Handel statt. Auch wenn weiterhin die Sorgen bezüglich der Bankenkrise in Spanien auf dem Sentiment lasten, dürfte es nach den Abgaben am Freitag zu einer leichten Erholung kommen, heißt es von Marktteilnehmern. Die europäischen Börsen haben allerdings einen Teil ihrer Aufschläge aus dem frühen Handel wieder abgegeben. Es ergibt sich allerdings ein geteiltes Bild, denn während der DAX weiter im Plus notiert, geben die Kurse in Mailand und vor allem in Madrid stark nach. Der S&P-500-Future legt bis um 15.08 Uhr MESZ um 0,7 Prozent zu, der Nasdaq-Future klettert um 0,7 Prozent.

Die Sorgen um den spanischen Bankensektor bestimmen weiter den Handel. Nachdem sich die spanische Regierung am Freitag bereit erklärt hat, das in der Krise steckende Kreditinstitut Bankia mit 19 Milliarden Euro zu unterstützen, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, wann auch andere Banken des Landes ohne staatliche Hilfe nicht mehr auskommen werden. Die 19 Milliarden Euro für Bankia übertreffen die schlimmsten Befürchtungen. So war Wirtschaftsminister Luis de Guindos kürzlich noch davon ausgegangen, dass für die Sanierung des gesamten Bankensystems weniger als 15 Milliarden Euro erforderlich sein dürften.

Bankia hat zwar offenbar die größten Probleme unter den spanischen Banken, der Grund ist aber bei allen Instituten des Landes der gleiche: Faule Kredite aus der Immobilienbranche nach dem Ende des Baubooms machen den Geldhäusern das (Über-)Leben schwer. Spanien versucht seine Banken weiter ohne EU-Hilfe zu retten und hat dazu bereits im Februar und im Mai neue regulierende Vorschriften zur Stärkung der Kapitalbasis erlassen. Viele Akteure an den Finanzmärkten rechneten mit einer baldigen Inanspruchnahme von Hilfen durch die EZB und/oder des europäischen Rettungsschirms EFSF, heißt es weiter.

Stützend dürften sich dagegen die Nachrichten aus China auswirken. Hier verdichten sich die Anzeichen, dass Peking die mittlerweile zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ankurbeln will. Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen damit, dass die chinesische Regierung zur Stimulierung umgerechnet 315 Milliarden Dollar in die Hand nehmen wird. Damit wären die Investitionen etwa halb so hoch wie das Konjunkturprogramm aus dem Jahr 2008. Medienberichten zufolge dürfte das Instrument der Abwrackprämie wiederbelebt werden.

Im Fokus bleibe aber auch die Entwicklung in Griechenland mit der Neuwahl am 17. Juni. Sollte es zu einem Austritt der Hellenen aus der Eurozone kommen, rechnen die Analysten der Credit Suisse mit einem Rückfall des S&P-500 bis auf rund 1.200 Punkte. Allerdings dürfte es in einem solchen Fall zu einer "aggressiven politischen Antwort kommen", die den Markt wieder um rund 20 Prozent nach oben treiben könnte. Sollte es zu einem Zerfall der Eurozone kommen, erwarten die Analysten einen Rückfall des S&P-500 bis auf rund 950 Punkte.

US-Verbrauchervertrauen auf der Agenda

Aus den USA sollte die Bekanntgabe des vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelten Verbrauchervertrauens am Nachmittag für neue Impulse sorgen. Ökonomen rechnen für Mai mit einem Stand von 69,8 nach 69,2 Punkten im Vormonat. Der Case-Shiller-Hauspreisindex für 20 Städte ist im März um 2,6 Prozent gefallen im Vergleich zum Vorjahr und hat damit die Konsenserwartung von Volkswirten in etwa getroffen.

Mit den negativen Nachrichten aus Spanien und den anhaltenden Unsicherheiten bezüglich Griechenland ist der "sichere Hafen" der US-Anleihen weiter gesucht. Die Rendite zehnjähriger Papiere notiert aktuell bei 1,72 Prozent. Der Ölpreis gibt dagegen mit den Spanien-Sorgen nach. Der führende Juli-Kontrakt der Sorte WTI fällt aktuell auf 91,23 Dollar zurück. Der Euro kann die zuvor zum Greenback eingefahrenen Gewinne nicht halten und wechselt für 1,2534 Dollar den Besitzer. Damit ist er fast wieder auf das Niveau des im asiatisch geprägten Devisengeschäft markierten Tagestiefs von 1,2510 Dollar zurückgefallen.

Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage vergleichsweise dünn. Die Bankenwerte zeigen sich vorbörslich mit Aufschlägen. So legen Citigroup um 1,1 Prozent zu und Morgan Stanley um 1 Prozent. Die Bank of America-Merrill Lynch hat derweil ihre Gewinnschätzungen für Citigroup, Morgan Stanley, Goldman Sachs und J.P.Morgan gesenkt und verwiesen zur Begründung auf die recht schwachen Ergebnisse im Bereich Investment-Banking. Bei Goldman Sachs wurde die Prognose für den Gewinn je Aktie im zweiten Quartal auf 1,15 von zuvor 2,94 Dollar gesenkt. Die Schätzung für J.P.Morgan wurde auf 0,61 von 0,67 Dollar reduziert, die für Morgan Stanley auf 0,38 von 0,48 Dollar und die für die Citigroup auf 0,94 von 1,03 Dollar. Zudem gebe es weiterhin eine ganze Reihe von geopolitischen Risiken, heißt es von den Analysten weiter. Sie verweisen unter anderem auf die Sorgen um einen möglichen Austritt von Griechenland aus der Eurozone. Für Citigroup und J.P.Morgan werden die Kaufempfehlungen bestätigt, Morgan Stanley und Goldman Sachs werden weiter mit "Neutral" eingestuft.

Chesapeake Energy legen vorbörslich um 2,1 Prozent zu. Am Freitag nach Börsenschluss hatte ein Investmentfonds ein Paket an dem Öl- und Erdgas-Produzenten erworben. Der von Investor Carl Icahn betriebene Fonds hat 7,56 Prozent an dem angeschlagenen Unternehmen übernommen. Laut Icahn hat Chesapeake einige der "besten Öl- und Gas-Anlagen der Welt".

Bei Facebook setzt sich die negative Entwicklung fort, die Aktie verliert vor dem Beginn des Handels 1,6 Prozent. Der Ausgabepreis des in der vorletzten Woche an die Börse gegangenen Unternehmens lag bei 38 Dollar.

Der Dow-Jones-Index verlor am Freitag 0,6 Prozent auf 12.455 Punkte. Der S&P-500 ging um 0,2 Prozent leichter bei 1.318 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite fiel um 0,1 Prozent auf 2.838 Punkte.

DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Di, 8.00 Uhr  Mo, 17.40 Uhr 
EUR/USD   1,2534  -0,01%        1,2535         1,2538 
EUR/JPY  99,6557  -0,07%       99,7269        99,6220 
EUR/CHF   1,2015  -0,04%        1,2020         1,2019 
USD/JPY  79,5020  -0,07%       79,5590        79,4520 
GBP/USD   1,5664  -0,09%        1,5678         1,5681 
 
DJG/DJN/ros/bek 
 

(END) Dow Jones Newswires

May 29, 2012 09:08 ET (13:08 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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