FRANKFURT (Dow Jones)--Schwache Wirtschaftsdaten in Verbindung mit der europäischen Schuldenkrise drücken die europäischen Börsen am Freitag nach unten. Gegen 9.50 Uhr verliert der DAX 0,6 Prozent auf 6.230 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,3 Prozent auf 2.113 Punkte nach. Marktteilnehmer verweisen allerdings darauf, dass der US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag die Weichen neu stellen kann.
Nach den enttäuschenden Frühindikatoren aus den USA sind es zum Wochenausklang schwache Einkaufsmanager-Indizes aus China, die weltweit auf die Stimmung drücken. In Japan hat der Nikkei die neunte Woche mit leichteren Kursen hinter sich. "Das ist die schwächste Phase in Japan seit 1975", sagt Achim Matzke, technischer Analyst der Commerzbank.
Der DAX testet nun die 200-Tages-Linie bei 6.212 Punkten. Mit dem Tagestief von 6.214 Punkten hat sie erst einmal gehalten. Gemeinhin gilt sie als wichtige Unterstützung, vielleicht weil laut Untersuchungen Marktteilnehmer in etwa die Bewegungen der vergangenen 200 Tage im Gedächtnis haben.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Sommer 2011
"Die Mischung ist brisant", meint ein Händler. Die Situation erinnert an den Sommer des vergangenen Jahres, als der DAX mit schwachen Konjunkturdaten und der Schuldenkrise innerhalb weniger Tage um 1.500 Punkte eingebrochen war.
Allerdings gibt es Unterschiede. In den USA ist die Zahl der Insider-Käufe gegenwärtig sehr hoch. "Auch das sollte dazu beitragen, dass ein Debakel wie im Juli vergangenen Jahres vermieden werden kann", meint Heino Ruland von Ruland Research. Möglicherweise werden die schwachen Einkaufsmanager-Indizes in China auch überbewertet: "Die Schwäche liegt an saisonalen Faktoren", sagt Bertram Lai, Leiter der Analyse für China und Hongkong bei CIMB Securities. Ausgewählte Rohstoffe wie Kupfer, Nickel und Aluminium verteuern sich am Morgen sogar, weil in China nun mit konjunkturstimulierenden Maßnahmen gerechnet wird. Der Euro zeigt sich relativ stabil um 1,2350 Dollar, nachdem er in Asien auf ein neues Zweijahrestief bei 1,2324 Dollar gefallen war.
Der stärkste potenzielle Impuls wird vom US-Arbeitsmarktbericht erwartet. Volkswirte rechnen damit, dass die US-Wirtschaft im Mai etwa 155.000 neue Stellen geschaffen hat. "Das Erreichen der Prognose wäre schon ein Erfolg", meint ein Händler. Denn am Markt seien die Erwartungen am Donnerstag gesunken. Grund waren enttäuschende wöchentliche Arbeitsmarktdaten und schwache Daten zur Stellenentwicklung in der privaten Wirtschaft.
MAN und BP sehr fest
MAN ziehen um 6,3 Prozent auf 82,24 Euro an und sind am Morgen damit stärkster DAX-Wert. Händler verweisen auf Medienberichte, denen zufolge VW einen umfangreichen Konzernumbau plant, um die angestrebte Allianz zwischen den Lkw-Töchtern MAN und Scania in Schwung zu bringen. "Damit würden für beide Seiten die Synergien bei Einkauf und Produktentwicklung für die nächste Truck-Generation näher rücken", sagt LBBW-Analyst Frank Biller. Für Scania geht es in Stockholm um 3,3 Prozent auf 119,10 schwedische Kronen nach oben.
BP steigen im frühen Londoner Handel um 4 Prozent auf 410,80 Pence. Die Ankündigung, BP werde sich von dem 50-Prozent-Anteil am russischen Joint Venture TNK-BP Holding trennen, zieht Käufe in der Aktie nach sich. Goldman Sachs lobt die Verkaufsabsicht der Briten. Integrierte Ölkonzerne handelten stets mit einem Abschlag zum Nettoinventarwert (Net Asset Value); mit einem Verkauf würde BP hingegen den höheren Marktwert realisieren. Allerdings bestünden mit der Reaktion der russischen Regierung und einem möglichen Verbot des Verkaufs noch Risiken.
Index-Veränderungen im Blick
Daneben stehen die Index-Veränderungen Mitte Juni im Blick. Die Aktien des Brillenglas-Herstellers Essilor klettern um 1,1 Prozent. Sie steigen nach inoffiziellen Berechnungen in den Euro-Stoxx-50 auf, den wichtigsten Index für europäische Standardwerte. Dort werden Essilor und ASML die Aktien von Telecom Italia und der Deutschen Börse verdrängen. Im Stoxx-50 dürften Credit Suisse den Aktien von Reckitt Benckiser Platz machen. Damit vollziehen die Indizes die Veränderungen des Umfelds nach, sie werden weniger finanzlastig, und der Anteil der südeuropäischen Länder nimmt ab.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 17.50 Uhr EUR/USD 1,2344 -0,1% 1,2361 1,2357 EUR/JPY 96,8557 -0,0% 96,8709 96,6511 EUR/CHF 1,2011 -0,0% 1,2012 1,2010 USD/JPY 78,4695 +0,1% 78,3800 78,2400 GBP/USD 1,5334 -0,5% 1,5405 1,5391 DJG/hru/ros
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June 01, 2012 04:08 ET (08:08 GMT)
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