BERLIN (Dow Jones)--Im Streit mit Frankreich über zusätzliche Wachstumsimpulse hat Außenminister Guido Westerwelle (FDP) versucht, bestehende Differenzen herunterzuspielen. "Wir wollen dem Fiskalpakt für weniger Schulden einen Wachstumspakt für neue Arbeitsplätze hinzufügen", sagte Westerwelle nach einem Gespräch mit seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius. "Wir sind gemeinsam der Überzeugung, dass die Euro-Schuldenkrise nicht nur gelöst werden kann, sondern auch muss." Demonstrativ betonte Westerwelle die Gemeinsamkeiten mit Frankreich. Er zeigte sich überzeugt, dass beide Länder zusammen eine Lösung erreichen könnten. Wachstumsimpulse und Konsolidierung seien zwei Seiten einer Medaille, sagte Westerwelle. "Wir müssen mehr tun für Wachstum in Europa", fügte er hinzu. "Nur beides zusammengenommen wird eine tragfähige Politik."
Auch Fabius war sichtlich bemüht, gemeinsame Positionen bei der Bewältigung der Schuldenkrise hervorzuheben. Der neuen französischen Regierung sei zögerliches Agieren bei der Durchsetzung von Haushaltsdisziplin vorgeworfen worden, sagte er. Das treffe aber nicht zu. Vielleicht sei die französische Haltung nicht richtig verstanden worden, meinte Fabius. Der zweite wichtige Pfeiler sei, Wachstum zu generieren. "Wir freuen uns, dass das jetzt anerkannt wurde", betonte Fabius. "Wir befinden uns in einem europäischen Prozess. Jeder muss Anstrengungen unternehmen, den anderen zu unterstützen", sagte er. Frankreich sei zu weiteren Gesprächen bereit.
Westerwelle und Fabius betonten beidseitig, wie wichtig europäische Solidarität und Vertrauen in solch einer schwierigen Situation wie in der aktuellen Schuldenkrise in Europa sei. Der neue französische Außenminister weilte zu einem Antrittsbesuch in Berlin.
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June 04, 2012 11:05 ET (15:05 GMT)
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