--40 Milliarden Euro "würden reichen", die Sorgen spanischer Banken zu lösen
--Geld sollte von EU-Institution oder Stabilitätsmechanismus kommen
--Santander will direkte Hilfen für Spanien vermeiden
(NEU: Hintergrund)
Von Ilan Brat
THE WALL STREET JOURNAL
NEW YORK (Dow Jones)--Die spanische Bankenkrise könnte nach Meinung des Chairman der größten spanischen Bank Santander mit EU-Hilfen von 40 Milliarden Euro gelöst werden. "Das würde reichen", sagte Emilio Botin der Nachrichtenagentur Efe. Direkte Hilfen für Spanien sollten jedoch um jeden Preis vermieden werden. Jegliche Rettungsaktionen würden dem Land schaden, fügte er hinzu. Vielmehr solle eine europäische Institution oder ein Stabilitätsmechanismus das Geld zur Verfügung stellen.
Die spanische Regierung müht sich derzeit um die Rekapitalisierung der Sparkassengruppe Bankia, die im Mai um eine Finanzspritze von 19 Milliarden Euro gebeten hatte. Der hohe Finanzbedarf hatte am Markt jedoch die Sorge ausgelöst, dass dies die Möglichkeiten der Spanier übersteigen könnte.
Derzeit ist jedenfalls nicht genug Geld im Topf: Der spanische Bankenrettungsfonds verfügt nach einer kürzlich erfolgten Kapitalerhöhung und anderen Anpassungen über zwölf Milliarden Euro. Der Plan ist, Bankia im Juli zunächst sieben Milliarden zu überweisen und weitere zwölf im Oktober. "Wir müssen das Geld nicht sofort besorgen und wenn wir es tun, dann muss es nicht alles auf einmal sein", sagte eine Regierungssprecherin vergangene Woche.
Die von Madrid angedachte Alternative, Bankia Staatsanleihen zu übertragen, die die Bank dann bei der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheit für neue Darlehen hinterlegen kann, findet bei den Währungshütern wenig Gefallen. Dort fürchtet man, das Verbot der Staatsfinanzierung zu brechen. Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte bereits die anderen EU-Führer dazu aufgerufen, gemeinsam mehr Druck auf die EZB auszuüben, um dort mehr Unterstützung für angeschlagene Staaten zu erhalten.
Eine weitere Möglichkeit die Kapitallücke der Spanier zu schließen, wäre die Wiederaufnahme der Anleihenkäufe an der Börse durch EZB. Die zusätzliche Nachfrage würde die Zinsen drücken. Bislang gibt es aber keine Anzeichen dafür, dass die Notenbank einen solchen Schritt erwägen würde.
Hilfe bekamen die Spanier in der vergangenen Woche von der EU-Kommission. Sie hat sich an die Seite derer gestellt, die schon länger eine höhere Flexibilität für den Europäischen Stabilitätsmechanismus fordern. Der ESM, der im Juli in Kraft treten soll, soll demnach die kriselnden Banken direkt unterstützen und nicht über den Umweg über die jeweilige Regierung, wie es derzeit der Fall ist. Das wäre ganz im Sinne von Emilio Botin und sicher auch von Ministerpräsident Rajoy.
-Von Ilan Brat, The Wall Street Journal, (Jonathan House, Christopher Bjork und Costas Paris haben zu dem Artikel beigetragen) +49-(0)69-29725-111, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/hhb/sha
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June 04, 2012 14:22 ET (18:22 GMT)
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