
Expertenmeinung
Die Bedeutung von Schwellenländeranlagen steigt
"Solide Staatsfinanzen, eine günstige demografische Entwicklung und zunehmende politische Stabilität. Das sind nur einige Gründe, warum die aufstrebenden Nationen auch in den Depots deutscher Privatanleger einen größeren Stellenwert einnehmen sollten", sagt Jean Guido Servais, Marketing Director für Europa bei J.P. Morgan Asset Management. Wie die Bundesbürger in den Schwellenländern investiert sind und wie es um Begriffskenntnis, Risikoeinschätzung und Investitionsbereitschaft steht, ermittelt das Emerging-Markets-Investmentbarometer von J.P. Morgan Asset Management im Zweimonatsrhythmus.
Nur wenige Bundesbürger können den Begriff Schwellenländer einordnen
Ihr beeindruckender Wirtschaftsaufschwung rückt die Emerging Markets immer mehr ins Blickfeld von Investoren. Die Umfrageergebnisse spiegeln ebenfalls einen leichten Anstieg gegenüber der März-Befragung wider, so haben 41,5 Prozent der Befragten den Begriff "Schwellenländer" schon einmal gehört. Das sind 2,3 Prozentpunkte mehr als bei der Erstbefragung im März. Davon bezeichnen sich 17,1 Prozent (plus 1,6 Prozentpunkte) als "Kenner", ihnen ist der Begriff gut bekannt. 24,4 Prozent kennen zwar den Begriff, aber nicht die Bedeutung (plus 0,7 Prozentpunkte). Es bleibt allerdings eine Mehrheit von 58,5 Prozent, die nicht wissen, was sich hinter dem Begriff ‚Emerging Markets' verbirgt.
Euro-Staatsanleihen gelten als weniger riskant
Bei der Risikoeinschätzung eines Schwellenländer-Investments im Vergleich zu Euro-Staatsanleihen sehen 38,1 Prozent der Befragten eine Anlage in Emerging Markets als viel risikoreicher an. Damit bestätigt die Einschätzung das März-Niveau. 35,9 Prozent der Teilnehmer vermuten identische Risiken (minus 0,9 Prozentpunkte) und 4,5 Prozent schätzen das Risiko geringer (minus 1,1 Prozentpunkte) ein. "Die Schwellenländer haben sich in den vergangenen Jahren besser entwickelt als viele etablierte Wirtschaftsnationen. Auch das weitere globale Wirtschaftswachstum wird hauptsächlich von den Schwellenländern generiert. Dennoch vertrauen knapp 40 Prozent der Befragten eher Euro-Staatsanleihen als Papieren aus den Wachstumsregionen der Welt", kommentiert Servais.
Bislang kaum aktives Engagement in Schwellenländern
Mit der Anzahl der Begriffskenner nahm auch die Fülle der Schwellenland-Investments seit März zu. Aktuell sind 3,6 Prozent der Befragten in Emerging Markets investiert – eine Steigerung um 1,1 Prozentpunkte. Die erdrückende Mehrheit, nämlich 96,3 Prozent verzichten auf Portfoliobausteine aus den Schwellenländern. "Die Befragung zeigt, dass Aufklärung weiterhin von elementarer Bedeutung bleibt. Mit dieser Untergewichtung verzichten Anleger auf die Chance an einer attraktiven Rendite teilzuhaben", erläutert Servais.
Aussicht: Aktienfonds haben bei Emerging Markets Investments die Nase vorn
4,5 Prozent der Befragten planen, in den nächsten sechs Monaten in Emerging Markets zu investieren. Das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als im März. Gleichzeitig sank die Anzahl der Emerging Markets-Muffel um 1,7 Prozentpunkte auf 94,5 Prozent.
Fast jeden vierten Anleger interessiert Geldanlage in Emerging Markets
Obwohl sich bisher nur wenige Anleger an Schwellenländer heranwagen, ist punktuell Interesse vorhanden: 22,9 Prozent der Sparer interessieren sich für Emerging Markets. 62 Prozent sind jedoch kaum bzw. überhaupt nicht interessiert. Damit konnte das Lager der Interessierten seit März einen Zuwachs von 6,8 Prozentpunkten erzielen, die Desinteressierten reduzierten sich um 8,4 Prozentpunkte. "Die historisch niedrigen Zinssätze in vielen etablierten Wirtschaftsnationen sorgen dafür, dass Anleger nach attraktiven Anlageregionen Ausschau halten. Hier führt kaum ein Weg an den Wachstumsregionen der Welt vorbei. Insofern wird das Interesse in den kommenden Jahren weiter steigen", ist Servais überzeugt: "Allerdings müssen wir als Finanzbranche noch sehr viel Aufklärungsarbeit leisten".
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