Der einstige SAP-Kronprinz Shai Agassi hat das Grundproblem von Elektroautos gelöst. Inzwischen ist sein Projekt in Israel gestartet und soll nun nach Dänemark. Doch der Erfolg ist fraglich.
Eigentlich klingt es nach einem viel versprechendem Geschäftsmodell. Wer in Israel das Elektroauto Fluence von Renault fährt, kann nach 150 Kilometern die Batterie in nur fünf Minuten gegen eine bereits aufgeladene tauschen und weiterfahren. Damit sind die zwei Grundprobleme von Elektroautos gelöst: Die geringe Reichweite und die lange Aufladezeit.
Nun muss sich die Idee im Praxistest bewähren: 33 solcher Ladestationen stehen dazu seit Februar 2012 zur Verfügung. Von Metulla im Norden des Landes, an der Grenze zum Libanon, bis hinunter nach Eilat am Roten Meer können die Autos so fahren. Die Batterie kann der Fahrer für eine monatliche Gebühr mieten. Je nach Verbrauch fallen dann Gebühren zwischen 200 und 400 Dollar im Monat an. Hinter dem Elektroautonetz steht das israelische Start-up Better Place. Die Idee stammt von Shai Agassi. Der 44-Jährige war bei SAP lange Kronprinz des ehemaligen Firmenchefs Henning Kagermann. 2007 warf Agassi jedoch seinen Vorstandsposten hin und stürzte sich in das Abenteuer Better Place.
Die Probleme von Better Place
Ob die Idee das Zeug hat, den Automarkt tatsächlich zu revolutionieren, ist jedoch mehr als fraglich. Im Laufe des Jahres sollen 8000 bis 10000 Autos auf den Straßen Israels rollen, wie das Management beim Start Anfang des Jahres meinte. Derzeit sind es nur knapp zweihundert Wagen. Gefahren werden diese Elektroautos zudem zur Hälfte von Better Place-Mitarbeitern. Die israelischen Verbraucher beharren anscheinend im Modus: Beobachten und Abwarten.
Doch skeptisch sind nicht nur die Verbraucher. "Es ist illusorisch, zu denken, dass andere Autobauer mit Better Place kooperieren werden", sagt der Autoexperte Stefan Bratzel, ...
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