Der Sieg der Eurobefürworter bei der
Griechenland-Wahl dürfte die Aktienmärkte in Europa zum
Wochenauftakt stabilisieren. Davon könnte nach Einschätzung von
Experten gerade der deutsche Aktienindex Dax
Nach Auszählung fast aller Stimmen (99,83 Prozent) kommt die Neo Dimokratia auf 29,7 Prozent, wie das Innenministerium in Athen am frühen Montagmorgen im Internet mitteilte. Zusammen mit der sozialistischen Pasok-Partei, die demnach auf 12,3 Prozent kommt, würde sie über eine Mehrheit von 162 Mandaten im 300 Sitze zählenden Parlament verfügen. Beide Parteien hatten sich grundsätzlich für eine Fortsetzung des mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds im Gegenzug für Milliarden-Hilfen verabredeten Sparkurses ausgesprochen; eine Voraussetzung für den Verbleib des hoch verschuldeten Landes im Euro-Raum.
BLICKE RICHTEN SICH WEITER AUF ITALIEN UND SPANIEN
Das radikale Linksbündnis Syriza, das eine Aufkündigung des Sparprogramms angekündigt hatte, wurde mit 26,9 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 62 Prozent. Bei der Europäischen Union zeigte man sich erleichtert über den Wahlausgang. Experten und Händler warnten jedoch davor, dass mit dem Sieg der konservativen Neo Dimokratia die Probleme nicht gelöst sind. Vielmehr seien die Marktteilnehmer erst einmal erleichtert, dass eine weitere Eskalation der Lage in Griechenland durch einen Sieg der radikalen Linken erst einmal vom Tisch ist. Die strukturellen Probleme des hoch verschuldeten südeuropäischen Landes und der gesamten Eurozone seien dagegen nach wie vor nicht gelöst.
Die Märkte könnten daher schnell wieder in Bedrängnis kommen -
vor allem, wenn sich die Lage in Italien und Spanien weiter
zuspitzt. Aufgrund der niedrigen Aktienbewertungen und der
Unterstützung durch die von den Notenbanken bereitgestellten
Liquidität machten die Experten der Landesbank Berlin (LBB) aber
Hoffnung, dass Dax und EuroStoxx 50
ZEW UND IFO STEHEN AUF DEM PROGRAMM
Commerzbank-Experte Christoph Weil rechnet nach dem Sieg der konservativen Neo Dimokratia (ND) allerdings nur mit einer kurzfristigen Erleichterung an den Finanzmärkten. "Griechenland würde dann wohl eine Regierung bekommen, die den Reformkurs zumindest auf dem Papier fortsetzen will." Die Troika aus Internationalem Währungsfond (IWF), Europäischer Union (EU) und Europäischer Zentralbank (EZB) dürfte in dem Fall auch zu Zugeständnissen beim Sparkurs bereit sein. Laut Weil dürfte aber nach dem Wahlerfolg der ND die Euphorie an den Finanzmärkten vermutlich nicht von langer Dauer sein, "denn gelöst ist die Staatsschuldenkrise damit noch lange nicht."
Wenngleich die Wahl in Griechenland im Vordergrund steht, wird sich das Augenmerk der Anleger auch auf Konjunkturdaten richten. Die Wirtschaftsindikatoren aus der Eurozone dürften die Stimmung der Anleger aber kaum aufhellen. Der ZEW-Index am Dienstag sowie der ifo-Geschäftsklimaindex am Freitag dürften erneut sinken und die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie dürften auf einem niedrigen Niveau verharren, hieß es in einer Studie der Commerzbank. Die Experten der Helaba rechnen allerdings nicht damit, dass das deutsche Wachstum abgewürgt wird. Es werde lediglich einen Dämpfer geben
KAUM UNTERNEHMENSDATEN
Zur Wochenmitte tritt dann der Offenmarktausschuss der
US-Notenbank zusammen, um die Konjunkturprognosen für die USA zu
aktualisieren. Eine weitere geldpolitische Lockerung dürfte die Fed
laut Experten vorerst aber nicht einleiten. Unternehmensseitig
dürfte die Nachrichtenlage auch in der neuen Woche dünn bleiben.
Neben einer Vielzahl von Hauptversammlungen stehen kaum Termine und
Daten an. In den Aktienindizes hingegen wird es einige kleine
Änderungen geben. Am Montag werden BB Biotech
--- Von Michael Schilling und Bernd Zeberl, dpa-AFX ---
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