Themen heute:
IMWF Versicherungskunden achten mehr auf das Image als die tatsächliche Leistung ihres Anbieters /// Banken beim demografischen Wandel gespalten /// SOLARWATT stellt Antrag gemäß § 270b InsO beim Amtsgericht Dresden
1.
Ob Kunden ihrer Versicherung die Treue halten, hängt kaum von der tatsächlichen Leistung ihres Anbieters ab. Deutlich wichtiger ist das Image des Versicherers. Werte wie Zuverlässigkeit, Sympathie oder Kompetenz sind zwar eher subjektive Wahrnehmungen, dennoch haben diese weichen Kriterien einen dreifach stärkeren Einfluss auf die Kundenbindung als konkrete Leistungen. Das sind Ergebnisse der Studie "Die Marken-DNA von Versicherungen" des Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF). Die Befragung von mehr als 2.000 Kunden zeigt zudem: Selbst die Unternehmensgröße hat mehr Einfluss auf die Bindung der Versicherungsnehmer als die wirkliche Betreuung. Offenbar ist also in der Versicherungsbranche Schein mindestens so wichtig wie das Sein: Ob ein Kunde zum Wettbewerber wechselt oder bei seinem bisherigen Anbieter bleibt, hat nur wenig mit der tatsächlichen Leistung zu tun. Der Grund: Nur ein kleiner Teil der Kunden hat regelmäßig Kontakt zur Versicherung, etwa bei Schadensfällen oder bei organisatorischen Fragen zum Vertrag. Nur diese Kunden können durch Leistung überzeugt werden. Der weitaus größere Teil der Kundschaft muss sich mehr oder minder blind darauf verlassen, seine Prämien dem besten Anbieter zu überweisen. Hinterlässt ein Konkurrenzunternehmen einen besseren Eindruck, so ist die Wechselbereitschaft dementsprechend hoch. Die wichtigsten Vorstellungen, die eine Versicherung zur Kundenbindung bedienen muss, sind Zuverlässigkeit, Sympathie und Kompetenz. Andere Werte, die viel über das Unternehmen sagen, aber wenig Mehrwert für den Kunden versprechen, stehen hingegen am Ende der Skala.
2.
Bei der Frage, welche Bedeutung der demografische Wandel hat, sind die deutschen Banken gespalten. Immerhin ein Drittel sieht ihre Unternehmenspolitik durch die demografische Entwicklung stark beeinflusst. Dagegen hat das Thema für ein weiteres Drittel keine hohe Bedeutung. Als größte Herausforderung betrachten 43 Prozent der Banken die Auswirkungen der Finanzkrise. 16 Prozent nennen den demografischen Wandel. Dies zeigt die Umfrage "Banken und die demografische Entwicklung" des Personaldienstleisters Hays unter 160 Entscheidern aus Banken. Der Fokus der Umfrage lag auf Großbanken mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Verantwortlich für den demografischen Wandel in Banken ist zuerst der human resources -Bereich mit 42 Prozent, gefolgt von der Geschäftsleitung mit 27 Prozent.
3.
Die SOLARWATT AG hat heute einen Antrag gemäß § 270b InsO (Sanierungsvorbereitungsverfahren bzw. "Schutzschirmverfahren") wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung beim Amtsgericht Dresden gestellt. Die SOLARWATT AG plant eine Sanierung in Eigenverwaltung.
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