Auf die Frage, was aus dem angeschlagenen Ölkonzern wird, hat sogar der Chef keine Antwort. Der geplante Verkauf der Beteiligung am russischen Gemeinschaftsölkonzern TNK-BP könnte BP zum Übernahmekandidaten machen.
Cuddly Dudley, zu deutsch: Kuschel-Dudley, so nennen Londoner Fondsmanager inzwischen Bob Dudley, den Vorstandschef des Mineralölkonzerns BP.
Der Spott trifft den Amerikaner mit Südstaatenakzent und den Multi ins Mark. Seit er die Führung bei BP übernahm, nachdem das Unternehmen durch die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon 2010 ins Trudeln geraten war, schaffte Dudley nicht die überfällige harte Neuausrichtung. "BP hat eine Menge ungelöste Probleme, die den Konzern daran hindern, sich vorwärts zu bewegen", kritisiert Ivor Pether von der Vermögensverwaltung Royal London Asset Management. Ein anderer Großinvestor fragt gar: "Was genau ist die Strategie?"
Über die Antwort wird in London derzeit mehr spekuliert, als Dudley die Anleger informiert. Mehrere Szenarien zeichnen sich ab. Trennt sich BP, wie Dudley nun ankündigte, von der 50-Prozent-Beteiligung an dem russischen Gemeinschaftsölkonzern TNK-BP, könnte der Konzern zum Übernahmekandidaten schrumpfen. Ob es dazu käme, hängt wiederum davon ab, wofür BP die erhofften Einnahmen ausgeben würde: für die Entschuldung des Unternehmens, für Akquisitionen oder für eine Sonderdividende für die frustrierten Aktionäre.
Die größte Unsicherheit geht vom erhofften Verkauf des TNK-BP-Anteils aus. Das Unternehmen wird zu gleichen Teilen von BP und dem russischen Oligarchen-Konsortium AAR kontrolliert. Als potenzielle Interessenten werden die russischen Staatskonzerne Rosneft und Gazprom gehandelt. Doch die Oligarchen stellen sich quer. Sie pochen auf ein Vorkaufsrecht, wollen anderen Interessenten den Einblick in die Bücher verwehren und einen alten Schadensersatzprozess gegen BP neu aufrollen. Setzen sich die Oligarchen durch, könnte sich BP möglicherweise gezwungen sehen, deren ...
Den vollständigen Artikel lesen ...

