DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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SPRUCH
Gleich zwei Ratingagenturen haben ihre Bonitätsbewertungen für Spanien gesenkt. Zunächst senkte am Mittwochabend Egan-Jones das Rating auf "CCC+" von "B" und damit auf Ramschstatus. Nur eine Stunde später zog Moody's nach und nahm das Rating auf "Baa3" von "A3" herunter. Zudem steht das Rating unter Beobachtung für eine mögliche weitere Abstufung. Zuletzt hatte Fitch in der Vorwoche sein Spanien-Rating um drei Stufen auf "BBB" gesenkt. Zur Begründung wurde von Moody's auf das Hilfspaket zur Rekapitalisierung der Banken in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro verwiesen. Dies dürfte die Staatsverschuldung weiter belasten, die sich seit dem Beginn der Finanzkrise bereits drastisch erhöht habe. Zudem habe das Land derzeit nur sehr begrenzten Zugang zu den Kapitalmärkten. Die schwache konjunkturelle Entwicklung in Spanien schränke zudem die finanziellen Spielräume des Landes weiter ein. Moody's senkte außerdem das Rating für Zypern um zwei Stufen auf "Ba3" von "Ba1" nach unten genommen.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:00 DE/Fraport AG, Verkehrszahlen Mai
07:00 DE/Kabel Deutschland Holding AG, Jahresergebnis
07:00 DE/Heidelberger Druckmaschinen AG, ausführliches Jahresergebnis
08:00 DE/Gerry Weber International AG, Ergebnis 2Q
08:00 DE/Deutsche Beteiligungs AG, Ergebnis 1H, Frankfurt
DIVIDENDENABSCHLAG
Krones 0,60 EUR Rhön-Klinikum 0,45 EUR Interseroh 3,25 EUR
Koch Gruppe Automob. Vorzüge 0,04 EUR
PVA Tepla 0,15 EUR Reply Deutschland 0,45 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- EU
11:00 Eurostat, Verbraucherpreise Mai
Eurozone
PROGNOSE: -0,2% gg Vm/+2,4% gg Vj
Vorabschätzung: +2,4% gg Vj
zuvor: +0,5% gg Vm/+2,6% gg Vj
11:00 Eurostat, Arbeitskosten 1Q
Eurozone
PROGNOSE: +2,4% gg Vj
zuvor: +2,8% gg Vj
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: -2.000 auf 375.000
zuvor: -12.000 auf 377.000
14:30 Verbraucherpreise Mai
PROGNOSE: -0,3% gg Vm
zuvor: 0,0% gg Vm
Verbraucherpreise Kernrate
PROGNOSE: +0,2% gg Vm
zuvor: +0,2% gg Vm
14:30 Leistungsbilanz 1Q
PROGNOSE: -134,0 Mrd USD
zuvor: -124,1 Mrd USD
AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN
11:00 IT/Auktion 2,5-prozentiger Staatsanleihe (BTP)
mit Laufzeit 2015 im Volumen von 2 bis 3 Mrd EUR
Auktion 4,25-prozentiger Staatsanleihe (BTP)
mit Laufzeit März 2020 im Volumen von 0,75 bis 1,5 Mrd EUR
Auktion 4,25-prozentiger Staatsanleihe (BTP)
mit Laufzeit Februar 2019
11:30 HU/Auktion 7,75-prozentiger Staatsanleihe
mit Laufzeit Februar 2015 im Volumen von 20 Mrd HUF
Auktion 7,00-prozentiger Staatsanleihe
mit Laufzeit Juni 2022 im Volumen von 11 Mrd HUF
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX zuletzt +/- % DAX 6.152,49 -0,14% DAX-Future 6.125,50 -1,10% XDAX 6.125,37 -1,10% MDAX 9.981,88 -0,63% TecDAX 733,97 -0,44% Euro-Stoxx-50 2.143,50 +0,01% Stoxx-50 2.310,04 +0,07% Dow-Jones 12.496,38 -0,62% S&P-500-Index 1.314,88 -0,70% Nasdaq-Comp. 2.818,61 -0,86% EUREX zuletzt +/- Ticks Bund-Future 142,13 +14
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Angesichts der Abstufung von Spanien durch Moody's auf nur eine Stufe über "Junk"-Status zeigen sich der Euro und der S&P-Future am frühen Donnerstag überraschend robust. Der S&P-Future handelt 1 Prozent über dem Tief vom Mittwochabend. "Vielleicht ist die Abstufung keine Belastung mehr für die Märkte, nachdem Fitch in der vergangenen Woche schon vorgeprescht ist", sagt ein Händler. Allerdings sei Vorsicht angesagt. Denn selbst bei guten Vorgaben aus dem späten US-Handel und aus Asien seien die Kurse an den europäischen Börsen und die Anleihen aus der Peripherie nur allzu oft im Verlauf des Handels unter Druck geraten. "Mit der Schuldenkrise verkauft man eben weiter europäische Assets", sagt der Händler.
Rückblick: Vor den Wahlen in Griechenland und dem so genannten Großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag hielten sich die Anleger zurück. Konjunkturelle Schwächesignale verstärkten die vorsichtige Haltung. Aus China gab es Aussagen, dass das Wachstum im zweiten Quartal unter sieben Prozent fallen könnte. Die US-Einzelhandelsumsätze überzeugten ebenfalls nicht.
DAX/MDAX/TECDAX
Gefragt waren die Versorger mit Berichten, wonach die deutschen Energieversorger E.ON, RWE und Vattenfall rund 15 Milliarden Euro Schadensersatz für den Atomausstieg einklagen wollen. E.ON gewannen 1,9 Prozent, RWE 0,8 Prozent. Auch sonst waren Aktien gesucht, die nicht konjunkturabhängig sind. Verluste verbuchten dagegen die Automobilwerte. Sie litten unter Nachrichten zur Wachstumsschwäche in China. Daimler verloren 2,1 Prozent, VW 1,8 Prozent. Auch die Zulieferer kamen unter Druck. Mit Ausnahme von Deutz: Volvo will zum größten Einzelaktionär bei dem Motorenbauer aufsteigen. Deutz gewannen 12,1 Prozent.
XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 6.125 (XETRA-Schluss: 6.152) Punkte
Ruhig verlief der nachbörsliche Handel am Mittwoch nach Aussage es Händlers von Lang & Schwarz. Gesucht gewesen seien TUI, die nachrichtenlos um 2 Prozent zulegten.
USA / WALL STREET
Nach einem zunächst ereignislosen Handel gaben die Kurse an Wall Street im späten Geschäft am Mittwoch nach. Auslöser war die Abstufung Spaniens auf "CCC+" von "B" durch die Ratingagentur Egan-Jones. Es war bereits die vierte Abstufung der Iberer durch Egan-Jones seit Anfang Mai, das damit jetzt auf "Junk-Status" rangiert. Schon zuvor hatte starke Zurückhaltung im Vorfeld der Griechenland-Wahl am kommenden Wochenende geherrscht. Je nach Wahlausgang ist es möglich, dass ein Austritt des Landes aus der Eurozone akut wird. Dazu kamen leicht enttäuschende Daten zum US-Einzelhandelsumsatz und Aussagen aus China, dass das Wachstum im zweiten Quartal unter sieben Prozent fallen könnte. Im Plus behaupten konnten sich die Finanzwerte. Der Vorstandsvorsitzende von J.P.Morgan, Jamie Dimon, hatte sich positiv zum Geschäftsverlauf geäußert. J.P.Morgan gewannen 1,6 Prozent, Bank of America 0,1 Prozent.
DEVISENMARKT
Der Euro zeigt sich am frühen Donnerstag wenig verändert zum Niveau im späten US-Handel mit Ständen um 1,2580 Dollar. Die Abstufung der Bonität Spaniens um drei Stufen durch Moody's am späten Mittwoch belastet den Euro bislang kaum, nachdem in der Vorwoche bereits Fitch die Bonität um drei Stufen gesenkt hatte, Händler begründen dies damit, dass sehr viele Marktteilnehmer ohnehin sehr negativ für den Euro gestimmt seien und schon Rekordwetten gegen die Gemeinschaftswährung eingegangen seien, auch mit Blick auf die Wahl in Griechenland am Sonntag.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.10 Uhr EUR/USD 1,2587 +0,2% 1,2567 1,2592 EUR/JPY 99,9769 +0,1% 99,8309 99,9261 EUR/CHF 1,2014 +0,0% 1,2010 1,2009 USD/JPY 79,4300 -0,0% 79,4450 79,3720 GBP/USD 1,5526 +0,1% 1,5511 1,5558
ROHSTOFFE
ÖL
Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs. WTI/Nymex 82,95 82,62 0,40 0,33 Brent/ICE 97,68 97,13 0,57 0,55
Der Ölpreis der Sorte WTI rutschte zum Settlement um 0,8 Prozent bzw 0,70 Dollar auf 82,62 Dollar und damit den niedrigsten Stand seit acht Monaten. Die wöchentlichen US-Lagerbestandsdaten waren weniger stark gesunken als erwartet und aus Monatssicht ging die Nachfrage in den USA im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Zudem wartete der Markt mit Spannung auf das Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am Donnerstag.
METALLE
Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs. Gold (Spot) 1.622,35 1.618,50 +0,2% +3,85 Silber (Spot) 29,07 28,87 +0,7% +0,20 Platin (Spot) 1.483,50 1.464,48 +1,3% +19,02 Kupfer-Future 3,35 3,34 +0,3% +0,01
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
BANKENUNION
Bundeswirtschaftsminister Rösler hat die Vorschläge für eine Bankenunion kritisiert. Diese sei als kurzfristig einsetzbares Kriseninstrument nicht geeignet, sagte er. Der deutsche Steuerzahler und Kleinsparer dürfe nicht für Risiken in Anspruch genommen werden, die andernorts verursacht wurden.
FINANZTRANSAKTIONSSTEUER
Die SPD-Troika sieht nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Hollande gute Chancen auf Einführung einer Finanzmarktsteuer in Europa. SPD-Fraktionschef Steinmeier zeigte sich zuversichtlich, dass es die Bereitschaft in einer Anzahl von Staaten für solch eine Besteuerung der Finanzmärkte gebe. In der Euro-Krise dringen sowohl SPD als auch Hollande darauf, den Fiskalpakt um Wachstumsimpulse zu ergänzen.
SCHULDENKRISE GRIECHENLAND
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
June 14, 2012 01:40 ET (05:40 GMT)
Griechische Sparer ziehen nach Angaben aus der Bankenbranche täglich Millionenbeträge von ihren Konten ab, um sich für einen möglichen Ausstieg aus der Währungsunion zu wappnen. Am Sonntag findet in Griechenland eine Neuwahl statt und bei einem Sieg der Spargegner droht ein Staatsbankrott und die Rückkehr zur ungeliebten Drachme. "Ich schätze, dass täglich zwischen 600 und 900 Millionen Euro aus dem Bankensystem geflossen sind", sagte ein hochrangiger Bankmanager. "Und ich wäre nicht überrascht, wenn die Abflüsse bis Freitag auf 1 Milliarde bis 1,5 Milliarden Euro steigen", ergänzte er.
SCHULDENKRISE ITALIEN
Bundesfinanzminister Schäuble hat die Reformbemühungen Italiens gelobt und betont, Europa brauche "ein starkes Italien", denn dieses sei ein Pfeiler, ohne dass es "nicht stehen" könne. In einer Laudatio auf den italienischen Ministerpräsidenten Monti bescheinigte Schäuble Italien große Reformerfolge. Allerdings bestehe noch Raum für Fortschritte in weiteren Bereichen, um ein Wiederanziehen des Wachstums zu sichern.
SCHULDENKRISE ZYPERN
Das Geld für die Rekapitalisierung der zyprischen Banken könnte nach Aussagen informierter Personen aus Russland kommen. Eine mit den Verhandlungen vertraute Person sagte, Zypern stehe kurz davor, sich einen bilateralen Kredit aus Russland zu sichern. Russland hatte Zypern bereits im vergangenen Jahr einen Kredit über 2,5 Milliarden Euro gegeben. Laut einem Zeitungsbericht hat Zypern bei Russland wegen eines Kredits von 5 Milliarden Euro angefragt. Für die Bankenrettung benötigt das Land aber nur 1,8 bis 2 Milliarden Euro.
LUFTHANSA
Die Tochter Swiss denkt einem Zeitungsbericht zufolge über eine Aufspaltung nach. Derzeit würden diverse Szenarien durchgespielt, wie der Europa-Verkehr künftig aufgestellt werden solle. Gemäß einem internen Strategiepapier gebe es die Variante, Swiss in zwei Unternehmen aufzuspalten.
FRAPORT
Die anhaltend schwache Nachfrage und das Nachtflugverbot haben das Frachtaufkommen auf dem Frankfurter Flughafen auch im Mai sinken lassen. Das Frachtaufkommen verringerte sich um 10,6 Prozent, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte.
HEIDELBERGER DRUCK
erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2012/13 erneut rote Zahlen. Das Unternehmen gehe wegen der Kosten für sein Sparprogramm von einem Verlust vor Steuern aus, teilte Heidelberger Druck mit.
KABEL DEUTSCHLAND
ist im abgelaufenen Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dank einer lebhaften Nachfrage nach Premium-TV- und Breitbandprodukten konnte das Unternehmen vor allem in der zweiten Jahreshälfte ein "deutliches Anziehen" seiner Wachstumsraten verzeichnen.
CENTROTHERM
Nach den Insolvenzen der deutschen Solarkonzerne Q-Cells, Solar Millennium und Solon bekommen jetzt auch die auf die Branche spezialisierten Maschinenbauer zunehmend Probleme: Mit Centrotherm gerät einer der größten Anlagenbauer der Solarindustrie ins Schlingern. Kreditversicherer wollen die Warenlieferungen an den TexDAX-Konzern nicht mehr versichern und Banken haben offene Kreditlinien gesperrt.
ARCELOR MITTAL
will im dritten Quartal zwei Hochöfen herunterfahren und gleichzeitig die Preise für ein wichtiges europäisches Stahlprodukt erhöhen. Damit wolle der Stahlkocher seine Gewinnmargen angesichts der schwachen Stahlnachfrage in der Europäischen Union verbessern, sagte eine mit der Sache vertraute Person.
CREDIT AGRICOLE
bereitet sich auf einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone vor. In diesem Fall wolle das drittgrößte französische Institut seine griechische Tochter entweder aufgeben und pleitegehen lassen oder mit einem Verbund nationaler Banken verschmelzen, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person mitteilte.
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(END) Dow Jones Newswires
June 14, 2012 01:40 ET (05:40 GMT)
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