Ohne klare neue Impulse wird der deutsche
Aktienmarkt am Donnerstag kaum verändert erwartet. Der X-Dax stand
als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand um 8.05 Uhr bei 6.151 Punkten und damit um minimale 0,01
Prozent unter den Dax-Schluss auf Xetra.
Der bisher nervöse Wochenverlauf an den Aktienbörsen mit
teilweise deutlichen Schwankungen vor der entscheidenden Wahl in
Griechenland am Wochenende dürfte sich aber fortsetzen, sagte
Marktanalyst Cameron Peacock von IG Markets. Die Anleger blieben in
Wartestellung vor diesem unzweifelhaft wegweisenden Ereignis für die
Eurozone. Bullen und Bären seien dabei scheinbar ausgeglichen
verteilt. Zur Unsicherheit beitragen wird die teils deutliche
Abstufung der Kreditwürdigkeit der Euro-Staaten Spanien und Zypern
durch die Ratingagentur Moody's, wie eine Händler am Morgen
ergänzte. Hinzu kommt der große Verfall an den Terminmärkten am
morgigen Freitag, der seine Schatten weiter voraus werfen dürfte.
Positiv könnte an diesem Morgen ein Bericht wirken, wonach
Deutschland seinen Widerstand gegen einen Schuldentilgungsfonds
aufgeben könnte. Die Vorgabe ist leicht negativ: Seit dem
Xetra-Schluss büßte der Future auf den US-Leitindex Dow Jones
Industrial 0,33 Prozent ein. Der Euro zeigte sich kaum
verändert, der Goldpreis zieht am Morgen weiter an.
KABEL UND HEIDELBERGER DRUCK MIT ZAHLEN
Die Aktien von Kabel Deutschland verzeichneten nach
Zahlen vorbörslich im kaum veränderten Markt ein Kursplus von rund
einem halben Prozent bei Lang & Schwarz (L&S) . Der
Kabelnetzbetreiber hat das vergangene Geschäftsjahr erstmals mit
einem Gewinn von 159,4 Millionen Euro abgeschlossen. Die Ergebnisse
und auch der Umsatz haben einem Händler zufolge die
Analystenerwartungen getroffen. Für das laufende Geschäftsjahr nimmt
sich der Vorstand ein Umsatzplus zwischen 7,5 und 8,5 Prozent und
ein bereinigtes Ergebnis (EBITDA) zwischen 855 und 870 Millionen
Euro vor. Die Umsatzprognose überrascht dem Händler zufolge leicht
positiv, das Ergebnisziel entspreche den aktuellen Erwartungen. Die
Dividende dürfte bei rund 1,50 Euro je Aktie konstant bleiben und
das sei etwas weniger als die derzeit erhofften 2,00 Euro.
Auf die Veröffentlichung des Berichts für das abgelaufene
Geschäftsjahr 2011/12 haben die Aktien der Heidelberger
Druckmaschinen vorbörslich indes kaum reagiert. Den
Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr wertete ein Börsianer als
leichte Enttäuschung. Anleger könnten jedoch die freundlichere
Auftragslage im ersten Quartal nach der Branchenmesse Drupa als
Hoffnungsschimmer konzentrieren. Die mittelfristigen Ziele wurden
bestätigt.
SOLARWERT CENTROTHERM BRICHT EIN
Centrotherm-Papiere verlieren indes vorbörslich mehr
als ein Viertel an Wert. Der auf die Solarbranche spezialisierte
Maschinenbauer hat Probleme mit seiner Finanzierung. Aufgrund der
anhaltend schlechten Marktlage und der daraus resultierenden
angespannten Finanzierungssituation würden Warenlieferungen des
Unternehmens zukünftig nicht weiter versichert, teilte Centrotherm
am späten Vorabend mit. Der Vorstand erwarte auf Basis dieser
Information einen negativen Liquiditätseffekt im niedrigen
zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Zu weiteren Details machte das
Unternehmen keine Angaben und war für eine Stellungnahme am Abend
nicht zu erreichen. Centrotherm beauftragte indes eine
Unternehmensberatung ein Sanierungsgutachten zu erstellen, als
Grundlage weiterer Finanzierungsverhandlungen mit Banken. Hinzu
kommen laut Händlern weitere negative Berichte aus der Branche. So
fallen die Preise für Solar-Komponenten dem Branchendienst PV
Insights zufolge weiter wegen der Überversorgung des Marktes/fat/rum
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
AXC0027 2012-06-14/08:21