Ronald van der Vis hatte in dieser Woche angekündigt, seinen Posten aufzugeben. Als Grund nannte er familiäre Probleme. Seine Frau und seine Kinder hätten sehr darunter gelitten, dass er die Hälfte des Jahres in Asien verbringen müsse. Am Aktienmarkt aber wurde über einen Machtkampf zwischen van der Vis und enttäuschten Investoren spekuliert. Die Esprit-Aktie hat unter van der Vis mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren. Am Mittwoch kündigte auch Aufsichtsratschef Hans-Joachim Körber seinen Rückzug an. Der ehemalige Esprit-Chef Krogner macht beide Manager für die Schieflage des Unternehmens verantwortlich. "Van der Vis kam als neuer Chef und wollte alles anders machen. Der Aufsichtsrat hat ihn gelassen", sagte Krogner. "Ich wollte einen weichen Übergang, ihn in den Job einführen. Aber er hörte nicht zu und hatte einen extremen Machtanspruch. Der Aufsichtsrat hat hier praktisch einem Piloten das Flugzeug übergeben, bevor er fliegen konnte."


