Der Kurs des Euro
"Es ist schon überraschend, dass der Euro nicht stärker auf die negativen Nachrichten reagiert hat", sagte Jana Meier, Devisenexpertin von HSBC Trinkaus am Mittag. So hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von Spanien am späten Donnerstagabend um gleich drei Noten abgestuft. Die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Staatspapiere stieg daraufhin bis knapp unter die kritische Marke von 7 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit der Euro-Einführung. Zudem konnte sich Italien nur zu deutlich höheren Zinsen am Anleihemarkt refinanzieren. "Der Markt ist gegenüber negativen Nachrichten offenbar schon abgestumpft", sagte Meier. Alle schauten jetzt auf die Wahl am Sonntag in Griechenland.
Unterstützung bekam der Euro laut Händlern durch die wieder aufkommende Spekulation über weitere geldpolitische Maßnahmen in den USA, die im späteren Verlauf den Dollar geschwächt habe. Jüngste Wirtschaftsdaten hätten Anleger in dem Glauben bestärkt, dass die Fed auf ihrer nächsten Sitzung etwas unternehmen werde, hieß es. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche unerwartet gestiegen, während die Verbraucherpreise im Mai zum Vormonat gefallen waren.
Beide Daten sprächen dafür, dass die US-Notenbank ein erneutes Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur starten könnte, sagte HSBC-Expertin Meier. Die zusätzliche Liquidität würde den Dollar belasten. Ihrer Einschätzung nach hat dies aber am Markt nur eine untergeordnete Rolle gespielt./tih/wiz
ISIN EU0009652759
AXC0260 2012-06-14/21:15