Eineinhalb Jahre nach dem Rückkauf der
EnBW
Laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" belegen E-Mails
den großen Einfluss des Investmentbankers Dirk Notheis auf Mappus.
So habe Notheis, Deutschland-Chef der Bank Morgan Stanley
Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" (Montag) hätte
der Preis am Ende sogar noch höher ausfallen können. Denn das Land
habe mit dem französischen Staatskonzern EDF
"Du wirst Anrufe von zahlreichen Banken bekommen", mailte Notheis laut "FAS" kurz vor dem Deal an Mappus. "Sie werden Dich drängen, ihnen ein Mandat zu geben. Du musst das alles ablehnen (!!) und sagen, dass Du bereits vollständig beratungstechnisch aufgestellt bist. Bitte achte darauf, dass Du das durchziehst. Das verursacht sonst erheblich Sand im Getriebe, und das kann ich jetzt nicht gebrauchen."
Der Banker gab Mappus demnach Anweisungen für eine Verhandlungs- und Medienstrategie und steuerte den Kontakt zu Anwälten. So habe Mappus von Notheis Hilfen für den Presseauftritt und Hinweise erhalten, welche Unterstützer er zu gewinnen habe. "Du solltest idealerweise einen renommierten Volkswirt haben, der das Ganze gut findet." Und weiter: "Es sollte jemand sein, der Dir einen Gefallen schuldet."
Der Obmann der Grünen im EnBW-Untersuchungsausschuss, Uli Sckerl, sieht mit diesen Mails die Behauptung widerlegt, Mappus sei ein Beratungsopfer: Um das Geschäft möglichst schnell abzuwickeln, habe er Notheis umfassende Vollmachten erteilt und sich von ihm abhängig gemacht. "Mappus hat zum Schluss keinen Pieps mehr gesagt, den Notheis nicht zuvor genehmigte. (...) Er wollte es so; er hat seine Administration vollkommen ausgeschaltet und zahlreiche Warnungen in den Wind geschlagen. Mappus trägt die vollständige Verantwortung, auch für einen Schaden, der dem Land entstanden ist", betonte Sckerl am Sonntag.
Derweil kritisierte die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), neben dem Land der zweite Großaktionär der EnBW, die grün-rote Landesregierung wegen der Schiedsklage gegen EDF. Man sei über den Inhalt der Klage "höchst befremdet", sagte der OEW-Chef Heinz Seiffert den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). "Unter diesen Umständen sehe ich die bisher sachliche Zusammenarbeit gefährdet." Die Klage schade dem Image der EnBW. "Wenn der OEW durch die Aktionen ein bezifferbarer Schaden entsteht, werden wir diesen geltend machen."/bl/DP/stw
ISIN DE0005220008 FR0010242511 US6174464486
AXC0040 2012-06-17/14:59


