Am Rohstoffmarkt geht die Angst um: Zur Wochenmitte waren es die Lagerbestände, die WTI und Brent-Öl unter Druck brachten. Gestern dann sorgten die schlechte Stimmung in den USA und auch der überraschend schlecht ausgefallene Phili-Fed-Index dafür, dass die Preise förmlich implodierten. War vor einigen Wochen noch vom Iran-Konflikt die Rede und der Befürchtung, dass Brent über 120 Dollar deutlich ansteigen könnte, kostet die Sorte jetzt nur noch gut 89 US-Dollar. Gestern ging es allein um fast vier Prozent nach unten. Der Spread zu WTI bleibt mit gut 11 Dollar aber konstant, da WTI mit 78,50 Dollar jetzt ohne Widerstand die 80 Dollar Marke durchbrochen hat. Ein weiterer Grund für den Absturz, der auf der Edelmetallseite auch Silber betrifft, wo der Kurs heute früh nur noch 26,85 Dollar anzeigt, war der Euro: Er fällt auf 1,2555 Dollar, was an den Unstimmigkeiten um den Euro-Rettungsschirm und die Ratifizierung seiner Verträge liegt.
Abgerundet wird das negative Umfeld, welches den DAX zum Start heute auf 6290 Zähler drücken sollte, von 250 Minuspunkten beim Dow Jones und einem noch deutlicheren prozentualen Minus an der Nasdaq. Die größten Verlierer waren hier Alcoa, HP und Bank of America. Alle drei waren in den Vortagen stark gesucht. So würde es nicht wundern, wenn heute im DAX Titel wie Commerzbank, Thyssen oder Lufthansa auf der Verkaufsliste stünden.
Die Banken werden zusätzlich von Moody's belastet. Die Agentur hat etliche europäische Banken abgestuft, begründet dies vor allem mit der Risikostruktur. Unter den Instituten ist auch die Deutsche Bank. Spannend wird heute der Blick auf die Volatilität. Seit der Griechen-Wahl ist sie massiv zurückgekommen, fiel von 32 auf rund 23,30 Zähler. Das sollte sich heute ändern. Im CeFDex-Sentimentindikator sieht man zudem einen Wert von 0,86 Punkten bei der Vola – die große Mehrheit geht also von steigenden Vola-Werten aus. Fundamental gibt es heute noch einige Konjunkturdaten. Um halb elf steht der Ifo-Geschäftsklimaindex an, erwartet mit 105,9 Punkten. Um 11 Uhr kommen die europäischen Industrieaufträge, in den USA um halb drei die Verbraucherpreise für Mai. Auch der Freitag könnte also spannend werden und beim DAX über die Richtung 6200 oder 6400 entscheiden.
Hartmut Schneider
CeFDex Market Research für flatex markets®
CeFDex AG
Wertpapierhandelsbank
Frankfurt/ Main
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