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MÄRKTE EUROPA/Anleger zweifeln am Erfolg des EU-Gipfels

-Von Michael Fuchs 

FRANKFURT--An den europäischen Aktienmärkten ist es zu Wochenbeginn zu deutlichen Verlusten gekommen. Marktteilnehmer äußerten Zweifel, dass der EU-Gipfel am Wochenende den Durchbruch bei der Bewältigung der Schuldenkrise im Euroraum bringen wird. Der Vierergipfel am Freitag zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Amtskollegen aus Italien, Frankreich und Spanien hatte einmal mehr die Gräben zwischen Deutschland und den anderen drei Ländern gezeigt. Zwar sprachen sich die Politiker für Wachstumsinitiativen in Europa aus. In Schlüsselfragen wie einer Vergemeinschaftung der Schulden steht eine Annäherung aber aus. "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es auf dem EU-Gipfel einen Befreiungsschlag geben wird", sagte Jim Reid, Stratege bei der Deutschen Bank.

Der DAX fiel um 2,1 Prozent auf 6.132 Punkte, während der Euro-Stoxx-50 um 2,6 Prozent auf 2.131 Punkte fiel - mithin der tiefste Stand seit drei Wochen. Merkel hat die Erwartungen bereits gedämpft. Sie äußerte die Sorge, dass auf dem EU-Gipfel zu viele Forderungen nach gemeinschaftlicher Haftung diskutiert werden. "Haftung und Kontrolle dürfen nicht in einem Missverhältnis zueinander stehen", mahnte Merkel bei einer Veranstaltung des Rates für Nachhaltigkeit in Berlin. Gleichzeitig erneuerte sie ihre Ablehnung von Eurobonds oder Eurobills. Merkel fliegt bereits am Mittwoch zum französischen Präsidenten Francois Hollande nach Paris. Dort soll der Gipfel vorbereitet werden. Die Spannung ist auch deshalb so groß, weil der Gipfel der letzte vor der Sommerpause sein soll.

Die Renditen für spanische und italienische Anleihen legten deutlich zu, was Händler als Ausdruck der Nervosität an den Märkten werteten. Der Euro gab nach und lag am frühen Abend bei 1,2477 Dollar. "Wir erwarten, dass der Druck auf das europäische Finanzsystem zunimmt und der Euro weiter abwertet", so die Experten von Standard Chartered. Der Dollar profitierte zudem von guten US-Immobiliendaten. Die Zahl der Neubauverkäufe in den USA erreichte ihren höchsten Wert seit rund zwei Jahren. "Das Niveau der Verkaufsaktivitäten ist im langjährigen Vergleich zwar immer noch sehr niedrig, weist aber inzwischen einen stabilen Aufwärtstrend auf", meinte Volkswirt Heinrich Bayer von der Postbank.

Bankaktien unter Druck

Bankaktien gaben im Schnitt um drei Prozent nach. Hintergrund war die angespannte Lage Spaniens. Das Land hat formal um Finanzhilfen für seine Banken angefragt. Die EU hat bereits bis zu 100 Milliarden Euro aus den Rettungsschirmen bewilligt. Erste Stresstests der spanischen Banken förderten einen Finanzbedarf von 62 Milliarden Euro zutage. Zudem lasteten auf dem Finanzsektor Berichte spanischer Medien, wonach die Ratingagentur Moody's noch am Montagabend die Einstufungen der Banken Spaniens senken könnte. Das belastete besonders spanische Werte. Die Aktie von BBVA fiel um 5,5 Prozent, die von Santander um 4,7 Prozent.

Defensive Werte gefragt

Besser schlugen sich die konjunkturunabhängigen Branchen. Gefragt waren etwa Lebensmittelwerte. Die Aktien des Brauerei-Konzerns AB Inbev stieg um 2 Prozent. Die mögliche Komplettübernahme des Corona-Brauers Grupo Modelo durch den Konzern kam bei den Analysten von Liberum Capital gut an. Die Belgier halten bereits 50 Prozent an den Mexikanern und wollen nun offenbar auch noch den verbleibenden Teil schlucken. Als Kaufpreis wurden von informierten Kreisen mehr als 10 Milliarden Dollar genannt. Bei einer solchen Größenordnung sei der Deal attraktiv, da der Gewinn von Anheuser-Busch InBev schon durch die normalen Synergien um rund 10 Prozent steigen werde, meinten die Analysten von Liberum Capital.

Die Aktie von Südzucker stieg um 1,7 Prozent. Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsquartal operativ 263 Millionen Euro verdient, fast 30 Prozent mehr als die Analysten des Bankhauses Lampe erwartet hatten.

Europäische 
 
             Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                               stand      absolut         in %          seit 
                                                                Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2130,71       -56,10        -2,6%          -8,0 
             Stoxx-50        2312,34       -29,30        -1,3%          -2,4 
             Stoxx-600        242,82        -3,76        -1,5%          -0,7 
Frankfurt    XETRA-DAX       6132,39      -130,86        -2,1%           4,0 
London       FTSE-100        5450,65       -63,04        -1,1%          -2,1 
Paris        CAC-40          3021,64       -69,26        -2,2%          -4,4 
Amsterdam    AEX              294,28        -4,48        -1,5%          -5,8 
Athen        ATHEX-20         208,26       -19,52        -8,6%         -21,4 
Brüssel      BEL-20          2107,44       -18,93        -0,9%           1,2 
Budapest     BUX            16806,16      -426,43        -2,5%          -1,0 
Helsinki     OMXH-25         1798,93       -68,68        -3,7%          -7,4 
Istanbul     NAT30          72153,53     -1083,56        -1,5%          16,9 
Kopenhagen   OMXC-20          432,08        -6,56        -1,5%          10,8 
Lissabon     PSI 20          4694,25       -44,35        -0,9%         -15,4 
Madrid       IBEX-35         6876,30      -252,30        -3,7%         -22,7 
Mailand      FTSE-MIB       13113,78      -549,02        -4,0%         -13,1 
Moskau       RTS             1269,34       -11,98        -0,9%          -8,1 
Oslo         OBX              351,24        -3,53        -1,0%          -1,8 
Prag         PX               878,40       -21,20        -2,4%          -3,6 
Stockholm    OMXS-30          985,34       -24,50        -2,4%          -0,2 
Warschau     WIG-20          2208,35       -33,80        -1,5%           3,0 
Wien         ATX             1880,77       -29,34        -1,5%          -0,6 
Zürich       SMI             5944,48       -44,85        -0,7%           0,1 
 
 
DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Mo, 8.40 Uhr  Fr, 17.35 Uhr 
EUR/USD   1,2502  -0,03%        1,2506         1,2537 
EUR/JPY  99,4574  -0,76%      100,2231       100,9977 
EUR/CHF   1,2008  -0,02%        1,2011         1,2010 
USD/JPY  79,5500  -0,73%       80,1310        80,5400 
GBP/USD   1,5567  -0,05%        1,5575         1,5565 
 
 

Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com

DJG/mif/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

June 25, 2012 12:33 ET (16:33 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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